Irans Außenminister Sarif | Bildquelle: dpa

Reaktion auf US-Truppenverlegung "Gefahr für den Frieden"

Stand: 25.05.2019 12:12 Uhr

Der Iran hat auf die angekündigte Truppenverlegung der USA reagiert - und spricht von einer Bedrohung. Die zusätzlichen US-Soldaten im Nahen Osten seien eine "Gefahr für den Frieden".

Der Iran sieht sich durch die Entsendung weiterer US-Soldaten in die Region nach eigenen Angaben bedroht. "Eine Verstärkung der amerikanischen Truppen in unserer Region ist eine Bedrohung und daher auch sehr gefährlich", sagte Außenminister Mohamed Dschawad Sarif. Die Begründung der Amerikaner sei absurd. Dieser Schritt sei "sehr gefährlich für den internationalen Frieden".

"Die Amerikaner wollen mit solchen Vorwänden nur ihre Nahostpolitik, die auf mehr Spannungen am Persischen Golf beruht, rechtfertigen", sagte der iranische Chefdiplomat im Gespräch mit der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA.

Die USA hatten zuvor mitgeteilt, weitere 1500 Soldaten in den Nahen Osten zu schicken. Damit solle der Schutz von bereits in der Region stationierten Truppen verbessert werden. Es gebe eine "anhaltende Bedrohung" durch iranische Kräfte. Die zusätzlichen Soldaten sollten vor allem in einer "schützenden" Rolle eingesetzt werden, sagte US-Präsident Donald Trump. Derzeit sind im Nahen Osten zwischen 60.000 und 80.000 Soldaten stationiert.

Donald Trump | Bildquelle: REUTERS
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US-Präsident Donald Trump will mehr Soldaten in den Nahen Osten entsenden - der Iran reagierte umgehend.

Ausstieg aus Atomabkommen

Die Krise zwischen Washington und Teheran spitzt sich seit Monaten zu. Vor einem Jahr war Trump einseitig aus dem Atomabkommen mit dem Iran ausgestiegen, das die Europäer erhalten wollen. Durch den Ausstieg Trumps aus dem internationalen Abkommen traten US-Wirtschaftssanktionen wieder in Kraft, die den Iran massiv unter Druck setzen. Die USA werfen der Führung in Teheran vor, Konflikte in der Region anzuheizen und Terrorismus zu unterstützen.

Zuletzt hatte es Berichte gegeben, die Bundesregierung wolle nun offenbar eine Vermittlerrolle einnehmen und Gespräche im Iran führen.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 24. Mai 2019 um 21:45 Uhr.

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