Brett und Ashley Estes Kavanaugh | Bildquelle: AP

US-Richterkandidat Kavanaugh "Ich habe niemals jemanden sexuell belästigt"

Stand: 25.09.2018 10:32 Uhr

Gegen Trumps Richterkandidaten Kavanaugh gibt es Vorwürfe sexueller Übergriffe von inzwischen zwei Frauen. Nun hat sich der Jurist in einem ausführlichen Interview gewehrt - gemeinsam mit seiner Frau.

Der wegen Missbrauchsvorwürfen unter Druck stehende Kandidat von US-Präsident Donald Trump für den Obersten US-Gerichtshof, Brett Kavanaugh, hat sich entschieden gegen die Anschuldigungen gewehrt. "Ich habe niemals jemanden sexuell belästigt", sagte der 53-Jährige in einem Interview des Senders Fox News. Er habe Frauen immer mit Würde und Respekt behandelt.

Trumps Richterkandidat Kavanaugh bestreitet Missbrauchsvorwürfe
tagesschau24 11:00 Uhr, 25.09.2018, Oliver Rabieh, ARD aktuell

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In dem ausführlichen Interview des Trump wohl gesonnenen Senders gab sich Kavanaugh kämpferisch. Mehrfach beharrte er darauf, dass er einen fairen Prozess verdient habe. Während des Gesprächs saß seine Ehefrau Ashley neben ihm. Sie verteidigte ihren Mann. Die Vorwürfe gegen ihn seien "schwer zu glauben". Sie kenne ihn seit 17 Jahren. "Er ist anständig, er ist nett, er ist gut. Ich kenne sein Herz. Das passt nicht zu Brett."

Heftige Vorwürfe gegen Kavanaugh

Trump hatte Kavanaugh als Richter für den Supreme Court vorgeschlagen. Dann kamen aber heftige Vorwürfe gegen Kavanaugh an die Öffentlichkeit: Die Psychologie-Professorin Christine Blasey Ford beschuldigt ihn, 1982 am Rande einer Party versucht zu haben, sie zu vergewaltigen. Für Donnerstag ist eine Anhörung von Kavanaugh und Ford vor dem Justizausschuss des Senats angesetzt worden.

Am Wochenende kamen zudem Vorwürfe einer weiteren Frau an die Öffentlichkeit. Eine frühere Kommilitonin Kavanaughs von der Universität Yale sagte dem Magazin "The New Yorker", Kavanaugh habe sich Anfang der 1980er-Jahre bei einer Studentenparty im Beisein von anderen plötzlich vor ihr ausgezogen und ihr seinen Penis ins Gesicht gedrückt.

"Viele Jahre später" keine sexuellen Kontakte

In dem Fox-Interview bestritt Kavanaugh, auf der von Ford geschilderten Party gewesen zu sein. Er stelle nicht in Frage, dass sie von jemand anderem sexuell belästigt worden sei, er wisse aber, dass er niemals jemanden sexuell belästigt habe. Er habe während seiner Zeit in der Highschool und auch noch "viele Jahre später" keine sexuellen Kontakte zu Frauen gehabt, sagte Kavanaugh.

Er stellte erneut klar, dass er an der Kandidatur für das Oberste Gericht festhalten wolle: "Ich werde mich nicht durch falsche Anschuldigungen davon abbringen lassen."

Brett und Ashley Estes Kavanaugh | Bildquelle: AP
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Er hält an seiner Kandidatur fest, betonte Kavanaugh beim Interview, das er gemeinsam mit seiner Frau gab.

Republikaner auch in der Offensive

Auch die Republikaner gingen in die Offensive und verteidigten Kavanaugh. Die Konservativen wollen die Kandidatur für das wichtige Gericht unbedingt noch vor den wichtigen Kongresswahlen im November durchsetzen.

Der republikanische Mehrheitsführer im Senat, Mitch McConnell, warf den Demokraten vor, Kavanaughs persönliches und berufliches Leben zerstören zu wollen. In einer wütenden Rede im Kongress bezeichnete er die Vorwürfe als "schändliche Hetzkampagne" der Demokraten, um dem Kandidaten in letzter Minute zu schaden.

Der heftige Streit, der sich zwischen Demokraten und Republikanern an der Personalie entbrannt hat, dürfte durch die aktuellen Entwicklungen weiter befeuert werden. Die Besetzung der Posten am Obersten Gerichtshof ist in den USA stets politisch aufgeladen und diesmal gilt das ganz besonders. Der Supreme Court ist enorm wichtig und die Richter werden auf Lebenszeit ernannt. Sie werden vom Präsidenten vorgeschlagen und der Senat muss sie bestätigen. Die Nachbesetzung mit Kavanaugh könnte dem Gericht für viele Jahre ein konservatives Übergewicht geben.

Unterstützung auch von Trump

Auch Trump unterstützte ihn erneut. Der Jurist sei ein "außerordentlicher" Mann, erklärte der Präsident am Rande der UN-Vollversammlung in New York. Auf Twitter schrieb er dann, die Demokraten arbeiteten mit einer Reihe falscher Anschuldigungen hart daran, "einen wunderbaren Mann zu vernichten, einen Mann, der das Potenzial hat, einer unserer größten Richter des Obersten Gerichtshofs zu sein".

Über dieses Thema berichteten am 25. September 2018 die tagesschau um 09:00 Uhr und tagesschau24 um 10:00 Uhr.

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