US-Präsident Trump im Weißen Haus | Bildquelle: JIM LO SCALZO/EPA-EFE/REX/Shutte

Fall Khashoggi USA kündigen Sanktionen an

Stand: 24.10.2018 01:52 Uhr

Die USA haben erste Strafmaßnahmen im Zusammenhang mit der Tötung des saudi-arabischen Journalisten Khashoggi angekündigt. Von US-Präsident Trump kam ungewohnt scharfe Kritik am engen Handelspartner Saudi-Arabien.

Als erste Sanktion im Fall Khashoggi heben die USA die Visa einiger Saudis auf. Das teilte Außenminister Mike Pompeo mit. 21 saudischen Verdächtigen im Fall Khashoggi werde entweder ihr Visum entzogen oder sie würden zu Personen erklärt, die für ein Visum zur Einreise in die USA nicht mehr in Frage kämen.

Die USA hätten Verdächtige in den Geheimdiensten, vom Königshof, aus dem Außenministerium und aus anderen saudischen Ministerien identifiziert, erklärte Pompeo. "Diese Strafen werden nicht das letzte Wort der Vereinigten Staaten in dieser Angelegenheit sein", so Pompeo weiter. Denkbar seien auch Finanzsanktionen gegen Einzelpersonen. 

"Schlechteste Vertuschungsaktion der Geschichte"

US-Präsident Donald Trump rügte derweil den offiziellen Umgang Saudi-Arabiens mit dem Fall des in seinem Istanbuler Konsulat zu Tode gekommenen Journalisten Jamal Khashoggi. Es handele sich um die "schlechteste Vertuschungsaktion in der Geschichte von Vertuschungsaktionen", sagte Trump. "Sie hatten ein sehr schlechtes ursprüngliches Konzept", und das sei auch noch "schlecht ausgeführt worden".

Fall wegen enger Handelsbeziehungen äußerst delikat

Saudi-Arabien hatte zugegeben, dass der systemkritische saudische Journalist am 2. Oktober in dem Konsulat zu Tode gekommen sei - angeblich versehentlich bei einer Schlägerei. Türkische Behörden sagen dagegen, ein 15 Mann starkes Einsatzkommando habe Khashoggi gefoltert, getötet und zerstückelt.

Für die US-Regierung ist der Fall wegen der engen wirtschaftlichen Beziehungen zu Saudi-Arabien und dem gemeinsamen Vorgehen gegen den Iran überaus delikat.

Fall Khashoggi: USA kündigen Strafen gegen Verdächtige aus Saudi-Arabien an
Sebastian Schreiber, HR Washington
24.10.2018 07:05 Uhr

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Über dieses Thema berichtete am 24. Oktober 2018 die tagesschau um 04:56 Uhr und Deutschlandfunk um 05:06 Uhr in der Sendung "Informationen am Morgen".

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