US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping (Archivbild vom 9. November 2017) | Bildquelle: dpa

Pompeos Besuch in Nordkorea China "tief besorgt" nach abgesagter Reise

Stand: 25.08.2018 13:30 Uhr

Nach der Absage der Nordkorea-Reise von US-Außenminister Pompeo hat sich die chinesische Regierung zu Wort gemeldet: Das Außenministerium erklärte, es sei "tief besorgt".

Die chinesische Regierung hat sich nach der Absage der Nordkorea-Reise von US-Außenminister Mike Pompeo besorgt gezeigt. Das Außenministerium in Peking erklärte, es habe gegenüber US-Vertretern "tiefe Besorgnis" zum Ausdruck gebracht.

US-Präsident Donald Trump hatte den für kommende Woche geplanten Pompeo-Besuch in Nordkorea am Freitag abgesagt und mit fehlenden Fortschritten bei der atomaren Abrüstung begründet. Trump machte zum Teil China für den Stillstand verantwortlich.

Das chinesische Außenministerium erklärte, China werde auch künftig eine positive Rolle bei der Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel spielen. China habe unermüdlich an einer Lösung im Konflikt um Nordkoreas Atomwaffenprogramm gearbeitet.

China nicht mehr so hilfreich wie früher

Trump hatte erklärt, dass China derzeit bei der Abrüstung der koreanischen Halbinsel nicht mehr so hilfreich sei wie früher. Das liege an der deutlich härteren Haltung der USA gegenüber China beim Handel.

Deshalb habe er Pompeo aufgefordert, jetzt nicht nach Nordkorea zu reisen, teilte Trump mit. Pompeo werde voraussichtlich in "naher Zukunft" nach Nordkorea reisen, wenn der Handelsstreit mit China beigelegt sei.

Südkorea bezeichnete die Entscheidung Trumps als "bedauerlich". In der Mitteilung des südkoreanischen Außenministeriums hieß es aber auch, dass es für die Verbündeten wichtig sei, "substanzielle Fortschritte" bei der Entnuklearisierung anzustreben. Der südkoreanische Außenminister Kang Kyung-hwa und Pompeo hätten telefoniert und vereinbart, die gemeinsamen Bemühungen voranzutreiben, hieß es.

Zeitplan und Bedingungen nicht vereinbart

Der Außenminister hatte mit dem neuen US-Sondergesandten Steve Biegun kommende Woche erneut nach Nordkorea fliegen wollen, um das weitgehend isolierte Land zur Aufgabe seiner Atomwaffen zu bewegen. Ein direktes Treffen Pompeos mit Machthaber Kim Jong Un war nicht vorgesehen.

Beim viel beachteten Gipfeltreffen von Trump mit Kim Mitte Juni in Singapur hatte der Machthaber zwar einer "Denuklearisierung" seines Landes zugestimmt. Genauere Definitionen, ein Zeitplan oder Kontrollmaßnahmen wurden jedoch nicht genannt, weshalb die Vereinbarung vielfach als zu vage kritisiert wird.

Donald Trump und Kim Jong Un (Archivbild Juni 2018) | Bildquelle: AFP
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Donald Trump und Kim Jong Un bei ihrem Treffen in Singapur im Juni.

Der Streit um das nordkoreanische Atomwaffen- und Raketenarsenal gilt als einer der gefährlichsten Konflikte der Welt. Seit Jahren versucht die internationale Gemeinschaft, die Führung in Pjöngjang zum Verzicht auf die atomare Aufrüstung zu bewegen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 25. August 2018 um 12:00 Uhr.

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