Ein Mann zieht an einer E-Zigarette | Bildquelle: picture alliance/KEYSTONE

US-Behörde prüft Fälle Krank durch E-Zigaretten?

Stand: 20.08.2019 14:56 Uhr

Gibt es einen Zusammenhang zwischen schweren Lungenkrankheiten und dem Konsum elektronischer Zigaretten? Die US-Gesundheitsbehörde CDC prüft knapp 100 Fälle, bei denen sich das Krankheitsbild ähnelt.

Behörden in den USA prüfen bei fast 100 jungen Menschen mit schweren Lungenproblemen einen Zusammenhang mit dem Konsum von E-Zigaretten. Die Gesundheitsbehörde Centers for Disease Control and Prevention (CDC) berichtet von 94 möglichen Fällen in 14 Bundesstaaten, die von Ende Juni bis Mitte August aufgetreten sind. Der US-Bundesstaat Wisconsin habe allein 30 Fälle zu verzeichnen. Es gebe keine schlüssigen Beweise, dass Infektionskrankheiten die Beschwerden ausgelöst hätten, schrieb CDC in einer Mitteilung. Um die Ursache der Lungenleiden zu bestimmen, seien mehr Informationen nötig.

In der Fachliteratur habe es bereits einzelne Berichte über Lungenentzündungen nach dem Konsum elektronischer Zigaretten gegeben, sagte Katrin Schaller vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ): "Ein Zusammenhang ist durchaus plausibel". Die Beurteilung der Gesundheitsgefährdung durch E-Zigaretten sei aber extrem schwierig, da es Tausende Liquids verschiedener Aromen gibt, von denen man nicht wisse, wie sie in der Lunge wirkten. Die Aromen seien als Lebensmittelzusatzstoffe zugelassen, aber toxikologische Daten für die Inhalation fehlten.

Verschiedene E-Zigaretten-Typen | Bildquelle: AP
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Verschiedene Arten von E-Zigaretten.

"E-Zigaretten sind nicht harmlos"

Das DKFZ warnt in einer Informationsbroschüre zu E-Zigaretten vor den eingeatmeten Aerosolen: "In der Regel liegen die Schadstoffe im Aerosol meist in deutlich geringeren Mengen als in Tabakrauch vor, einzelne Substanzen können unter bestimmten Bedingungen auch ähnlich hohe (Formaldehyd, Blei, Chrom) oder sogar höhere Konzentrationen (Nickel) als in Tabakrauch erreichen", heißt es darin. Schaller betonte: "E-Zigaretten sind nicht harmlos."

San Francisco fordert FDA-Zertifikat

Die US-Gesundheitsbehörde FDA hatte bereits im Frühjahr einen Zusammenhang zwischen Krampfanfällen und dem Konsum von E-Zigaretten geprüft - untersucht wurden Fälle aus den Jahren 2010 bis 2019.

San Francisco hatte Ende Juni als erste Stadt angekündigt, gegen den Verkauf von E-Zigaretten vorzugehen, die keine FDA-Prüfung vorweisen könnten.

Über dieses Thema berichtete das Magazin "Visite" auf N3 am 02. Oktober 2018 um 20:15 Uhr.

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