Eine Migrantin aus Guatemala vor der Wiedervereinigung mit ihren drei Kindern in New York | Bildquelle: AP

US-Regierung hält Frist nicht ein Hunderte Kinder weiter ohne ihre Eltern

Stand: 27.07.2018 09:45 Uhr

In den USA sind weiter 711 Kinder illegaler Einwanderer von ihren Familien getrennt, obwohl die Wiedervereinigung richterlich angeordnet war. Laut Justizministerium sind die Eltern unauffindbar oder "nicht geeignet".

Die US-Regierung verpasst die gerichtlich angeordnete Frist zur Zusammenführung von an der mexikanisch-amerikanischen Grenze getrennten Migrantenfamilien. 1820 Kinder seien zwar mit Eltern oder Erziehungsberechtigten wiedervereint worden, teilte die US-Regierung Hunderte weitere seien aber noch getrennt.

Eine Migrantin aus Guatemala nach der Wiedervereinigung mit ihren Kindern | Bildquelle: AP
galerie

Eine der Glücklichen: Diese Guatemaltekin hält ihre Kinder wieder im Arm.

In einer Eingabe vor Gericht erklärte das Justizministerium, die verbliebenen 711 Familien seien entweder nicht auffindbar gewesen oder es habe Einwände und "rote Fahnen" hinsichtlich einer Wiedervereinigung gegeben.

In den vergangenen Monaten waren mehr als 2500 Kinder von ihren Eltern getrennt worden. Grund dafür war die Entscheidung von Präsident Donald Trumps Regierung, in der Einwanderungspolitik auf "null Toleranz" zu setzen und jeden illegalen Grenzübertritt strafrechtlich zu verfolgen.

Richter ordnete Wiedervereinigung an

Vor vier Wochen gab ein Bundesbezirksrichter der US-Regierung die Frist bis zum 26. Juli aus, um alle von ihren Angehörigen getrennten Kinder und Jugendliche wieder mit ihren Eltern zusammenführen. Familien über Wochen und Monate auseinanderzureißen, sei inhuman und verfassungswidrig ist.

In einer Art Kehrtwende hatte Trump dann ein Ende der Praxis per Dekret verfügt. Kinder von illegal Eingewanderten sollen nun gemeinsam mit ihren Eltern eingesperrt werden.

Über dieses Thema berichtete am 27. Juli 2018 die tagesschau um 05:30 Uhr und NDR Info um 11:15 Uhr.

Darstellung: