Der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden verbeugt sich neben seiner Frau Jill beim ersten TV-Duell Richtung Moderatoren. neben ihm stehen Amtsinhaber Donald Trump mit seiner Frau Melania. | Bildquelle: dpa

TV-Duell zwischen Trump und Biden "Würden Sie die Klappe halten?"

Stand: 30.09.2020 08:33 Uhr

Es war die erste TV-Debatte im US-Präsidentschaftswahlkampf zwischen Trump und Biden. Schon nach wenigen Minuten wurden aus der Diskussion über Themen wie das Coronavirus und die Wirtschaft wüste Wortgefechte. Das Ergebnis: Chaos.

Fünf Wochen vor der Präsidentenwahl in den USA haben sich Amtsinhaber Donald Trump und sein Herausforderer Joe Biden in ihrem ersten TV-Duell an der Case Western Reserve University in Cleveland einen hitzigen Schlagabtausch geliefert. Die etwa 90-minütige Debatte war geprägt von gegenseitigen Beleidigungen und persönlichen Angriffen.

Regelrecht chaotisch

Streckenweise verlief sie regelrecht chaotisch, zeitweise redeten alle drei durcheinander. Sogar Moderator Chris Wallace, ein Urgestein des amerikanischen Fernsehjournalismus, hatte sich im Vorfeld dieser Debatte wohl nicht vorstellen können, dass derart die Fetzen fliegen würden.

Moderator Chris Wallace hatte bei dem TV-Duell alle Hände voll zu tun damit, die Kandidaten zur Ordnung zu ermahnen. | Bildquelle: AP
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Moderator Chris Wallace hatte bei dem TV-Duell alle Hände voll zu tun damit, die Kandidaten zur Ordnung zu ermahnen.

Dem Lande wäre besser gedient, wenn Sie sich nicht immer gegenseitig ins Wort fallen würden, rügt der Moderator. Und tadelt den Präsidenten, er sei noch undisziplinierter als sein Gegenüber. Trump schoss zurück und meinte, er habe den Eindruck, mit Wallace zu debattieren.

"Idiot", "Lügner"

Und Biden schien gelegentlich regelrecht der Kragen zu platzen: "Halten Sie doch einfach mal eine Minute lang die Klappe!" Der Demokrat schimpfte Trump unter anderem einen "Clown", "Lügner" und den "schlechtesten Präsidenten, den Amerika je hatte". Trump konterte: "Nichts an Dir ist schlau, Joe."

Trump bekräftigte in der Debatte das Recht der Regierung, die freie Stelle im obersten Gericht der USA noch vor der Wahl neu zu besetzen, mit der konservativen Richterin Amy Coney Barrett: "Wir haben die Wahl gewonnen und deswegen haben wir das Recht, sie auszuwählen." Herausforderer Joe Biden forderte hingegen, mit der Besetzung der Stelle bis Februar 2021 zu warten, "weil wir mitten in einer Wahl sind, die bereits begonnen hat".

Erstes TV-Duell zwischen US-Präsident Trump und Herausforderer Biden
tagesschau 12:00 Uhr, 30.09.2020, Verena Bünten, ARD Washington

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Trump warnt vor Wahlbetrug bei Briefwahl

Trump ließ erneut offen, ob er eine Niederlage am 3. November ohne weiteres hinnehmen werde, und warnte vor massivem Wahlbetrug im Zusammenhang mit der Briefwahl. "Das wird ein Betrug sein, wie Sie ihn noch nie gesehen haben." Das Ergebnis werde womöglich noch Monate nach der Wahl nicht feststehen.

Er hoffe, dass die Wahl fair verlaufen werde. Aber wenn er sehe, dass "Zehntausende Wahlzettel manipuliert werden, kann ich da nicht mitziehen". Biden erklärte - wie auch zahlreiche Experten -, die Briefwahl sei sicher. Er werde den Wahlausgang auf jeden Fall akzeptieren, ob er gewinne oder verliere. Aus Angst vor einer Infektion mit dem Virus dürften deutlich mehr Amerikaner als sonst diese Möglichkeit der Stimmabgabe nutzen.

Biden: Trump hat "keinen Plan" bei Virus-Bekämpfung

Ein stets wiederkehrendes Thema war die Corona-Pandemie. Biden warf Trump vor, bei der Bekämpfung des Virus "keinen Plan" zu haben. Der Präsident habe gelogen und sei im Angesicht der Pandemie in "Panik geraten". Er solle aus seinem "Bunker" und von seinem Golfplatz kommen und Leben retten. Trump entgegnete, China sei Schuld an dem Virus. Wenn man auf Biden gehört hätte, wären die USA "weit offen gewesen". Er aber habe das Land "geschlossen" und einen "großartigen Job" gemacht.

Biden versuchte immer wieder zu erklären, der Präsident interessiere sich nicht für die Wähler. Trump sei verantwortlich für 200.000 Tote in Folge der Corona-Gesundheitskrise. Trump rief, unter Biden wären es zwei Millionen Tote.

Biden hielt Trump vor, in der Corona-Krise sei es Millionären und Milliardären wie ihm gut ergangen. Dann schaute er in die Kamera und fragte: "Aber Ihr Leute zu Hause, wie geht es Euch?" Trump bekräftigte, dass er die Wirtschaft zum Blühen gebracht habe, ehe es zum coronabedingten Stillstand gekommen sei. Jetzt baue er sie wieder auf.

Biden entgegnete, unter Trump seien die USA schwächer und kranker geworden. Der Präsident habe das Land tiefer gespalten und in eine Rezession gestürzt.

Beim Thema Rassismus beschuldigte Biden Trump, nichts für die afroamerikanische Bevölkerung getan zu haben. Trump habe "alles als Hundepfeife benutzt, um rassistischen Hass, rassistische Spaltung zu erzeugen". Trump entgegnete, Biden habe Afroamerikaner "so schlecht wie jeder in diesem Land" behandelt. Außerdem warf er ihm vor, nichts gegen die Unruhen während der Proteste gegen Rassismus und Polizeibrutalität getan zu haben. "Die Menschen in diesem Land wollen und fordern 'law and order'. Und Sie haben Angst, es überhaupt zu sagen."

Für beide stand beim Duell viel auf dem Spiel

Für beide Kandidaten stand in dieser ersten von insgesamt drei TV-Debatten viel auf dem Spiel. Für Trump ging es darum, seine Kampagne wieder in die Spur zu bekommen. In wichtigen Swing States, die Trump vor vier Jahren gewonnen hatte, führt Biden in Umfragen - was aber wegen des US-Wahlsystems nicht entscheidend sein muss.

Biden versuchte an den Fernsehschirmen und in den Online-Medien zu zeigen, dass er anders als von Trump behauptet trotz seines Alters geistig und körperlich in der Lage ist, die Geschicke des Landes in den kommenden Jahren zu lenken. Entscheidend war denn auch für ihn, sich durch Trump nicht zu sehr provozieren und aus dem Konzept bringen zu lassen. Häufig suchte Biden den direkten Blickkontakt mit der Kamera und somit dem Publikum, wenn Trump versuchte, ihn zu unterbrechen.

Der Präsident ließ sich davon trotz Ermahnungen nicht abbringen und legte sich stattdessen mehrfach mit Moderator Wallace an. Außenpolitik spielte an dem Abend keine Rolle. Es folgen noch zwei weitere TV-Duelle am 15. und 22. Oktober.

Blitzumfrage: Zwei Drittel von TV-Debatte genervt

In einer Blitzumfrage des Senders CBS empfanden 83 Prozent der Befragten den Ton der Diskussion als negativ, nur 17 Prozent als positiv. Auf die Frage, wer die Debatte gewonnen hat, nannten 48 Prozent Biden und 41 Prozent Trump. Rund zehn Prozent bewerteten den Ausgang als unentschieden.

Mit Informationen von Sebastian Hesse, ARD-Studio Washington

"Wenn Trump bleibt, werden wir harte Auseinandersetzungen haben", Alexander Graf Lambsdorff, FDP, zu den transatlantischen Beziehungen
Morgenmagazin, 30.09.2020

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Das war die erste Präsidentschaftdebatte
Sebastian Hesse, ARD Washington
30.09.2020 08:21 Uhr

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Über dieses Thema berichtete am 30. September 2020 das Erste im ARD-Morgenmagazin und Deutschlandfunk um 06:09 Uhr.

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