Wahlwerbung in den USA | Bildquelle: dpa

Zu Besuch bei Trump-Wählern "Trump ist einer von uns!"

Stand: 24.10.2020 11:42 Uhr

Tief im Süden der USA stehen viele ungebrochen hinter Donald Trump. Der Präsident stehe für uramerikanische Werte, für Gradlinigkeit - und vor allem gegen diejenigen, die hier als liberale Elite empfunden werden.

Von Arthur Landwehr, ARD-Studio Washington

Abendessen, der jüngste der drei Söhne spricht das Tischgebet. Drei Generationen sitzen am Tisch: Wir sind tief im US-amerikanischen Süden, in einer kleinen Stadt in Nordwest-Florida an der Grenze zu Alabama. Hier braucht sich Donald Trump um Mehrheiten nicht zu sorgen: "Donald Trump ist einer von uns. Er ist ein patriotischer Amerikaner, er stellt Amerika an die Spitze", sagt Familienvater Dan.

Dan, Lehrer an der örtlichen Mittelschule steht voll und ganz hinter Trump, so wie seine Frau Ruth und die Söhne. Im Fenster hängt eine Trump-Flagge, auf dem Rasen stehen blau-weiß-rote Trump-Pence-Wahlkampfschilder. Mutter Ruth sagt: "Ich will, dass meine Kinder gute Jobs bekommen. Ich will nicht, dass so viele Illegale ins Land kommen, die wir genauso unterstützen müssen wie den Rest des Landes."

Einwanderer, gegen die habe sie nichts. Im Gegenteil, die USA seien ein Land von Einwanderern, die die Nation groß gemacht hätten. Aber auf die Haltung komme es an, sagt Ruth: "Wenn man in unser Land kommt, sollte man irgendetwas können, nicht nur Almosen wollen. Die sollten fragen: 'Was kann ich tun, um euer Land besser zu machen? Ich möchte Teil von dem werden, was ihr anbietet.'" Dass Trump eine Mauer zu Mexiko bauen will, hält sie für genau das Richtige.

"Wir sind heute ein glücklicheres Land"

Und der Blick zurück auf die knapp vier Jahre Trump-Regierung? Der Präsident habe alle Versprechen gehalten, sagt Dan. Anders als Politiker sonst, die viel versprächen und nach der Wahl alles vergäßen: "Unsere Arbeitslosenquote ist großartig zurückgegangen, die Leute haben wieder Arbeit, verdienen Geld. Sie sind glücklicher. Wir sind heute ein viel erfolgreicheres, glücklicheres Land, als wir es für lange Zeit waren."

Daran hat für ihn auch die Corona-Krise nichts geändert. Ohne Trump sähe es viel schlimmer aus, glaubt Dan. Und die ganze Familie stehe hinter dem US-Präsidenten. "Er hat keine Angst, die Dinge beim Namen zu nennen. Zu sagen, wie er die Sache sieht oder wie die schweigende Mehrheit sie sieht", sagt Joey. Er ist der jüngste Sohn, studiert Polizeiwesen und möchte Kriminalbeamter werden. Sein Traum: irgendwann beim FBI zu arbeiten. Dass Trump sich weigert, politisch korrekte Sprache zu nutzen und dafür auch bereit ist, Kritik einzustecken, das imponiert ihm.

Die "schweigende Mehrheit"

"Silent Majority", die "schweigende Mehrheit", ist ein Begriff, der beim Besuch in der Familie immer wieder fällt. Sie hier auf dem Land fühlen sich von denen in den großen Städten entlang der Küsten nicht mehr ernst genommen. Sehen ihre Werte von einer macht- und geldgierigen Allianz aus Politik, Wirtschaft und Medien lächerlich gemacht, die sie als provinzielle "Hillbillies“, als Hinterwäldler verunglimpft.

"Dann kommen sie und wollen den Menschen das Recht nehmen, ihre Meinung zu sagen. Alles wird 'rassistisch' genannt. Alles nennen sie 'Hassbotschaft'. Und dann greifen sie Menschen persönlich an", sagt der ältere Sohn Matt. Das seien Killerbegriffe, um sie mundtot zu machen. Wenn aber Trump sagt, er mache Amerika wieder großartig, dann fühlen sie sich angesprochen, denn er sagt auch, dass sie dieses Amerika seien, nicht der "Sumpf" in den Städten. Mit Trump haben sie zum ersten Mal seit langem wieder einen Präsidenten, der sie versteht, sagen sie: "Er ist einer von uns."

Wir sind Trump - Porträt einer Familie
Arthur Landwehr, ARD Washington
21.10.2020 13:18 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete WDR 5 am 21. Oktober 2020 um 10:04 Uhr.

Darstellung: