US-Präsident Trump und sein Herausforderer Biden bei der ersten TV-Debatte (Archivbild). | Bildquelle: dpa

Regeln bei TV-Duell Biden und Trump werden stumm geschaltet

Stand: 20.10.2020 04:21 Uhr

Um einem erneut chaotischen TV-Duell vorzubeugen, werden die Mikrofone von US-Präsident Trump und seinem Herausforderer bei der Debatte am Donnerstag teils stumm geschaltet. Trump redet derweil weiter von einem baldigen Ende der Corona-Pandemie.

Bei der letzten Debatte zwischen US-Präsident Donald Trump und seinem Herausforderer Joe Biden wollen die Organisatoren mit einer Stummschalttaste für ein geregeltes Wortgefecht sorgen. Das Mikrofon eines Kandidaten würde zu Beginn jedes 15-minütigen Themenblocks stumm geschaltet, damit der andere seine zweiminütige Eröffnungsrede halten könne, ohne von seinem Kontrahenten unterbrochen zu werden, teilte die Kommission für Wahldebatten in den USA mit. Im Anschluss würden beide Mikrofone wieder eingeschaltet, um eine Diskussion zwischen den Kandidaten zu ermöglichen.

Trump-Team gegen Regeländerung

Trumps Wahlkampfteam lehnte die Änderung ab. "Präsident Trump hat es sich zur Aufgabe gemacht, mit Joe Biden zu debattieren, unabhängig von den Regeländerungen der voreingenommenen Kommission in letzter Minute, um ihrem favorisierten Kandidaten einen Vorteil zu verschaffen", sagte Trumps Kampagnenmanager Bill Stepien. Bidens Wahlkampfteam reagierte nicht sofort auf eine Anfrage zur Stellungnahme.

Das erste Duell Ende September war chaotisch verlaufen. Die beiden Bewerber beleidigten sich mehrfach gegenseitig. Vor allem Trump war Biden immer wieder ins Wort gefallen. Das abschließende TV-Duell in Nashville im US-Bundesstaat Tennessee ist für Donnerstagabend (Ortszeit) angesetzt.

Trump verspricht baldiges Pandemie-Ende

Rund zwei Wochen vor der US-Wahl macht Trump derweil Stimmung gegen renommierte Gesundheitsexperten und die kritische Pandemie-Berichterstattung vieler Medien. "Die Leute haben die Pandemie satt", sagte der Republikaner bei einem Wahlkampfauftritt im südwestlichen Bundesstaat Arizona. "Die Pandemie ist bald vorbei", versprach er seinen Anhängern - obwohl das im Widerspruch zur aktuellen Entwicklung in den USA steht, wo die Zahl der Neuinfektionen zuletzt wieder anstieg.

Zuvor hatte Trump den Top-Immunologen Anthony Fauci Medienberichten zufolge schwer gescholten und ihm Fehler beim Management der Pandemie vorgeworfen. "Der Typ ist eine Katastrophe", sagte Trump nach Angaben der "New York Times" in einer Telefonschalte mit seinem Wahlkampfteam. "Die Leute haben es satt, Fauci und diese Idioten zu hören, all diese Idioten, die Fehler gemacht haben."

Trump sagte nach Angaben des Fernsehsenders CNN mit Blick auf Fauci: "Wenn ich auf ihn gehört hätte, hätten wir 500.000 Tote." Trump dementierte die Berichte nicht. Auf Twitter schrieb er: "Alles, was ich von Tony verlange, ist, dass er bessere Entscheidungen trifft."

In den USA, einem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern, sind bislang mehr als 220.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Seit Beginn der Pandemie haben sich mehr als 8,2 Millionen Menschen in den Vereinigten Staaten mit dem Virus angesteckt. Die Zahl der Neuinfektionen stieg zuletzt wieder auf etwa 50.000 pro Tag.

USA2020 Neue Regeln bei der Präsidentschaftsdebatte
Katrin Brand, ARD Washington
20.10.2020 06:21 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 20. Oktober 2020 um 07:02 Uhr.

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