US-Präsident Trump vor jubelnden Anhängern. | Bildquelle: AFP

Trump vs. Fauci Corona als Wahlkampfschlager

Stand: 21.10.2020 03:17 Uhr

Sein Corona-Management bleibt US-Präsident Trumps schwächste Flanke im Wahlkampf. Trotz steigender Fallzahlen setzt er weiter auf Rückkehr zur Normalität und diskreditiert seinen Chef-Virologen.

Von Claudia Sarre, ARD-Studio Washington

Die Corona-Pandemie ist und bleibt das beherrschende Thema in den US-Medien. Zumindest wenn man Trump-kritische Sender wie CNN einschaltet. Über 220.000 Menschen sind in den USA bislang an Covid-19 gestorben. Die Infektionsrate zeigt in den meisten Bundesstaaten steil nach oben, allein gestern wurden 64.000 Amerikaner positiv getestet. Gemessen an den Bevölkerungszahlen haben die USA nach wie vor weitaus höhere Infektionszahlen als zum Beispiel Deutschland.

Präsident Trump setzt dieser Umstand enorm unter Druck. Womöglich, weil er seine Chancen auf einen Wahlsieg schwinden sieht. Er schlägt um sich und hat seinen Chef-Virologen Dr. Fauci als "Desaster" bezeichnet. Dieser reagierte im Radiosender KNX gelassen auf die Attacke. 

"Viele Bundesstaaten, die ganz gut da standen, verzeichnen jetzt einen Anstieg bei den Corona-Zahlen. Darauf müssen wir uns konzentrieren. Alles andere ist nur Ablenkung. Es ist wie im Film "Der Pate" - nichts persönliches, nur Business. Ich will nur meinen Job machen und die Menschen schützen."

Wissenschaftler: Kommende Wochen "schwärzeste Phase"

Wissenschaftler im ganzen Land sind alarmiert. Michael Osterholm vom Zentrum für Infektionskrankheiten geht davon aus, dass die kommenden 6 bis 12 Wochen die schwärzeste Phase der Pandemie werden. Präsident Trump jedoch bleibt seinem Kurs treu und redet die Gefahren des Coronavirus weiterhin klein. Alles halb so schlimm, sagte er gestern auf Fox News.

"Wir leben damit und sehr bald haben wir die Impfung. Mit oder ohne Impfung, wir sind dabei, die Kurve abzuflachen."

Seine scharfe Kritik an Fauci musste Trump jedoch etwas abmildern, schließlich gehört der Top-Immunologe zu seiner Corona Task Force und erscheint als verlässliche Stimme der Wissenschaft in einem seiner Wahlspots. Er ist ein netter Kerl, aber nicht wirklich ein Teamplayer. Und er ist Demokrat, sagte Trump.

Showdown am Donnerstag

Was nicht stimmt, denn der 79-jährige Wissenschaftler gehört keiner Partei an. Fauci steht seit 36 Jahren dem Nationalen Institut für Allergien und Infektionskrankheiten vor und hat bereits unter sechs US-Regierungen gearbeitet - inklusive Reagan und den Bushs.

Trumps Herausforderer Joe Biden von den Demokraten dürfte sich in der Zwischenzeit die Hände reiben. Je schneller die Infektionszahlen steigen, desto mehr wird der Umgang mit der Corona-Pandemie zum zentralen Wahlkampfthema. 

Zum vorerst letzten Showdown zwischen Joe Biden und Donald Trump kommt es am morgigen Donnerstag. Dann treffen die beiden Kontrahenten im TV-Duell aufeinander.

Mehr Corona, mehr Druck für Trump
Claudia Sarre, ARD Washington
21.10.2020 06:40 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 21. Oktober 2020 um 06:11 Uhr.

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Claudia Sarre, NDR

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