US-Präsident Donald Trump beim Verlassen des Walter-Reed-Militärkrankenhauses  | Bildquelle: AP

Nach Corona-Infektion Trump plant ersten großen Auftritt

Stand: 09.10.2020 07:52 Uhr

Wenige Tage nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus will US-Präsident Trump zurück auf die großen Bühnen. Schon am Samstag soll in Florida eine große Veranstaltung stattfinden - "wenn wir sie zusammenbekommen", so Trump.

US-Präsident Donald Trump hat fürs Wochenende die ersten Wahlkampfauftritte seit seiner Covid-19-Erkrankung in Aussicht gestellt. "Ich denke, ich werde Samstagnacht eine Wahlkampfveranstaltung abhalten, wenn wir genug Zeit haben, sie zusammenzubekommen", sagte Trump am späten Donnerstag in einem Telefon-Interview mit dem Sender Fox News.

Wahrscheinlich werde der erste Auftritt in Florida sein. Sonntag werde vielleicht auch noch ein weiterer in Pennsylvania stattfinden. Florida und Pennsylvania sind wichtige Bundesstaaten für die Präsidentenwahl am 3. November.

Massenveranstaltungen stark in der Kritik

Trump bevorzugt Reden vor großem Publikum. Oft finden die Veranstaltungen in geschlossenen Hallen statt. Sie stehen wegen der potenziellen Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus in der Kritik.

Das Mitte Oktober geplante zweite TV-Duell zwischen Trump und seinem Herausforderer Joe Biden soll wegen Trumps Corona-Infektion virtuell ausgetragen werden. Trump lehnt dieses Format jedoch ab und hat erklärt, er werde nicht teilnehmen.

Sein Leibarzt Sean Conley teilte zuvor mit, dass der Präsident die ihm verschriebene Covid-Behandlung abgeschlossen habe und zum Samstag wieder öffentliche Termine absolvieren dürfe. Die Therapie habe "extrem gut" angeschlagen. Der kommende Samstag werde der zehnte Tag nach Trumps positivem Coronavirus-Test am Donnerstag vergangener Woche sein, schrieb Conley in einem Gesundheits-Update. "Ich erwarte die sichere Rückkehr des Präsidenten zu öffentlichen Terminen zu diesem Zeitpunkt."

Nächster Corona-Test steht an

Während das Weiße Haus seit Tagen betont, dass Trump keine Krankheitssymptome mehr habe, musste er in dem gut 20-minütigen Interview mit Fox News zwei Mal mitten in einem Satz wegen Problemen mit der Stimme und Husten pausieren. Er solle am Freitag wieder getestet werden, sagte Trump, nachdem er die Frage des TV-Moderators Sean Hannity dazu zunächst zwei Mal ignoriert hatte.

Trump war nach drei Nächten im Krankenhaus am Montagabend ins Weiße Haus zurückgekehrt. Er war unter anderem mit einem experimentellen Antikörper-Mittel sowie mit Steroiden behandelt worden.

Seit seiner Entlassung aus dem Krankenhaus hatte Trump lediglich drei kurze Videos bei Twitter veröffentlicht. Darin nannte er unter anderem seine Erkrankung "Gottes Segen", weil er dadurch auf die Antikörper-Therapie als "Heilmittel" gestoßen sei.

Demokraten zweifeln an Regierungsfähigkeit

Die oppositionellen Demokraten im US-Kongress hatten zuvor angekündigt, ein Kongressgremium zu schaffen, das die Amtsfähigkeit von Präsidenten prüfen solle. Vor der Ankündigung einer entsprechenden Gesetzesinitiative hatte die Vorsitzende des von den Demokraten kontrollierten Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, Trumps Regierungsfähigkeit in Frage gestellt. 

Der Präsident leide an "einem Realitätsverlust, der lustig wäre, wenn er nicht so tödlich wäre", sagte sie mit Blick auf die mehr als 210.000 Todesfälle in den USA im Zusammenhang mit dem Virus. Die Oppositionsführerin verwies unter anderem auf Trumps Behandlung mit Steroiden. Bei dieser oder einer Covid-19-Erkrankung sei eine "Beeinträchtigung des Urteilsvermögens" möglich, sagte Pelosi. Der von ihr für Freitag angekündigte Gesetzestext dürfte allerdings in erster Linie symbolischer Natur sein.

Neun Tage nach Diagnose: Trump will wieder in den Wahlkampf
Katrin Brand, ARD Washington
09.10.2020 15:25 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 09. Oktober 2020 um 09:00 Uhr.

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