Eine Rose liegt auf einem Geländer, im Hintergrund fährt eine Tram. | Bildquelle: AP

Tödliche Schüsse in Utrecht Immer mehr Hinweise auf Beziehungstat

Stand: 19.03.2019 09:09 Uhr

Nach wie vor ist das Motiv des mutmaßlichen Schützen von Utrecht unklar - doch die Hinweise auf eine Beziehungstat verdichten sich. Klar ist nun auch: Der 37-Jährige ist schon seit Jahren polizeibekannt.

Die niederländische Polizei sucht weiter nach dem Motiv hinter den Schüssen von Utrecht. Auch nach der Verhaftung des Tatverdächtigen ist unklar, ob es sich um einen terroristischen Anschlag oder einen gezielten Angriff handelte.

Die Ermittler hätten den 37-jährigen Gökmen T. die ganze Nacht verhört, berichtet ARD-Korrespondentin Gudrun Engel. Die Polizei gebe aber keine weiteren Hinweise darüber bekannt, was dabei herausgekommen sei. Weiterhin seien beide Versionen - ein terroristischer Hintergrund oder eine private Familienangelegenheit - denkbar. Es gebe aber immer mehr Informationen von Familienangehörigen oder Nachbarn, die sich äußerten. "Und deswegen verdichten sich im Moment eher die Hinweise dafür, dass es eine Familienangelegenheit sein könnte."

Gudrun Engel, ARD Brüssel, zum aktuellen Stand der Ermittlungen
Morgenmagazin, 19.03.2019

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Gezielt auf Frau geschossen?

Ein Augenzeuge sagte dem Radiosender NOS, dass der Täter es seinem Eindruck nach gezielt auf eine Frau abgesehen hatte. Unter Bezug auf nicht näher benannte Verwandte von T. berichtete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu davon, dass der Mann wegen einer Familienangelegenheit auf eine Frau geschossen habe. Er habe dann das Feuer auf Menschen eröffnet, die der Frau helfen wollten.

Rutker Jeuken vom niederländischen Innenministerium hatte am Abend gesagt, man wisse bereits relativ viel über den Verdächtigen. "Im Augenblick denken wir, dass es terroristisches Motiv sein könnte, aber wir können auch anderes nicht ausschließen." Utrechts Bürgermeister Jan van Zanen hatte hingegen betont, es könne sich auch um eine Beziehungstat handeln.

Krankenwagen stehen auf einer Straße in Utrecht | Bildquelle: dpa
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Krankenwagen stehen am Tatort in Utrecht. In der Straßenbahn wurden drei Menschen erschossen und mehrere verletzt.

Tatverdächtiger war polizeibekannt

Der in der Türkei geborene T. war bereits polizeibekannt. Laut ARD-Korrespondentin Engel kam er in den vergangenen sieben Jahren immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt. Medienberichten zufolge ist er bereits wegen versuchten Mordes verurteilt und stand zuletzt wegen des Verdachts einer Vergewaltigung vor Gericht. Laut dem Lokalsender RTV Utrecht war er schon im Jahr 2013 in eine Schießerei verwickelt.

Unklar ist weiterhin, inwieweit ein zweiter Verdächtiger an der Tat beteiligt war. Ein Mann war am Montag - kurz vor T. - wegen Verdachts auf Totschlag mit einem terroristischen Motiv festgenommen worden. Nähere Details zum Zusammenhang hatten die Ermittler nicht bekanntgegeben. Auch ein dritter Verdächtiger sei am Montagabend festgenommen worden, berichtete die Zeitung "De Telegraaf" - auch zu ihm gab es vorerst keine Details.

Gökmen T. soll am Montagmorgen in einer Straßenbahn in Utrecht drei Menschen erschossen haben. Fünf weitere Fahrgäste wurden verletzt, drei von ihnen schwer.

Über dieses Thema berichtete das ARD Morgenmagazin am 19. März 2019 um 07:07 Uhr.

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