Hochwasser hat den Markusplatz in Venedig überschwemmt | Bildquelle: dpa

Rekord-Hochwasser "Eine Katastrophe" für Venedig

Stand: 13.11.2019 08:51 Uhr

Das "Acqua Alta" gehört zu Venedig - doch diese Nacht war das Hochwasser so dramatisch wie selten: Nahezu die gesamte Lagunenstadt versank nach heftigen Regenfällen in Wassermassen. Auch der Markusdom war betroffen.

Starker Regen hat in Venedig für ein Rekord-Hochwasser gesorgt. In der Nacht kletterte der Pegelstand auf den höchsten Wert seit mehr als 50 Jahren. "Wir sehen uns mit einem Hochwasser konfrontiert, das mehr als außergewöhnlich ist", schrieb der Bürgermeister der norditalienischen Stadt, Luigi Brugnaro, im Kurzbotschaftendienst Twitter. Er sprach von einer "Katastrophe". Es seien alle verfügbaren Kräfte mobilisiert worden, um die Kontrolle über die Situation zu behalten. Am Mittwoch werde der Notstand ausgerufen.

Nach Angaben des Lagezentrums stieg das als "Acqua Alta" bekannte Hochwasser kurz vor Mitternacht auf 1,87 Meter. Nur ein einziges Mal seit Beginn der Aufzeichnungen 1923 stand das Wasser noch höher: 1966 erreichte der Pegelstand 1,94 Meter.

Heftige Regenfälle lösen Rekord-Hochwasser in Venedig aus
tagesschau 12:00 Uhr, 13.11.2019, Michael Schramm, ARD Rom

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Ruf nach der Regierung

Brugnaro machte den Klimawandel für die immer häufiger werdenden Überschwemmungen verantwortlich. "Wir rufen die Regierung auf, uns zu helfen, die Kosten werden hoch sein." Bis kurz vor Mitternacht war das Wasser gestiegen - angetrieben durch starken Wind. Im Laufe der Nacht sank der Pegelstand. Nach der Angst folge nun die Schadensauflistung, twitterte der Bürgermeister am frühen Morgen. Denn schließlich hinterlasse eine derartige Flut "unauslöschliche Spuren".

Touristen waten durch Hochwasser in Venedig | Bildquelle: dpa
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Touristen waten durch die überflutete Lagunenstadt

Der Markusplatz in der UNESCO-Welterbestadt war vollkommen überflutet. Touristen und Einheimische wateten zunächst noch in Gummistiefeln über den Platz, am Abend fuhr nur noch die Polizei mit Booten. Auch in den Markusdom drang das Wasser ein. Es habe unter anderem Schäden am Mauerwerk angerichtet, berichteten italienische Medien. "Wir versuchen, den Schaden in Grenzen zu halten", sagte der Ingenieur der Basilika, Pierpaolo Campostrini, der Nachrichtenagentur Ansa. Am Morgen hieß es, die gesamte Krypta habe unter Wasser gestanden.

Medien berichten von einem Toten

In den nahezu die ganze Stadt bedeckenden Fluten starb der Nachrichtenagentur Ansa zufolge ein 78-jähriger Mann. Der Einheimische wurde demnach durch einen Stromschlag getötet, als er versuchte, die Entwässerungspumpe in seinem überfluteten Haus wieder in Gang zu setzen.

Durch die Straßen trieben Stühle und Tische, vielerorts wurden Anlegestellen für die berühmten Touristen-Gondeln weggerissen. Die Küstenwache schickte spezielle Boote in die überfluteten Straßen, die als schwimmende Krankentransporte fungieren sollten.

Gondeln liegen auf einem Fußweg in Venedig | Bildquelle: AFP
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Durch die Straßen trieben Stühle und Tische, vielerorts wurden Anlegestellen für die berühmten Touristen-Gondeln weggerissen.

Laut Behörden bleiben Kindertagesstätten und Grundschulen zunächst geschlossen. Eine Wetterbesserung ist nicht in Sicht, in ganz Italien ist weiter Regen angesagt.

Venedig wird wegen seiner Lage in der Lagune immer wieder von Hochwasser heimgesucht, die Lage verschärft sich aber zunehmend. Die Stadt will seit langem ein Flutschutzsystem installieren, da der Anstieg des Meeresspiegels immer häufiger zu Überflutungen führt.

Hochwasser Venedig: Höchster Pegelstand seit über 50 Jahren
Jörg Seisselberg, ARD Rom
13.11.2019 09:08 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 13. November 2019 um 08:00 Uhr.

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