In Maracaibo protestieren Venezulaner gegen die Energiesparmaßnahmen der Regierung

Energiekrise in Venezuela Gewaltsame Proteste gegen Sparmaßnahmen

Stand: 28.04.2016 10:47 Uhr

Plünderungen und brennende Barrikaden: Die Wut über die Energiekrise und die von der Regierung verordnete Stromrationierung treibt die Venezolaner auf die Straße. Die Opposition des Landes sieht die Schuld bei Präsident Maduro und will ihn stürzen.

Rund 100 Menschen sind in Venezuela bei Protesten gegen die Stromrationierung festgenommen worden. Die Demonstranten gingen in der zweitgrößten Stadt Maracaibo auf die Straßen. Nach Angaben der Behörden kam es vor Ort zu gewaltsamen Ausschreitungen. "Mehr als 95 Menschen wurden wegen Vandalismus festgenommen", teilte der örtliche Sicherheitschef mit.

In der Hauptstadt des Bundesstaates Zulia soll es nach Angaben des Gouverneurs Francisco Arias Cárdenas in 18 Stadtteilen Proteste gegeben haben. 73 Geschäfte seien dabei attackiert worden. Die Demos und Plünderungen folgten einem "Plan zur Destabilisierung" des Landes, sagte der Gouverneur.

Missmanagement der Regierung?

Am Dienstag hatte die Regierung von Präsident Nicolás Maduro ihre Schritte verschärft, um die schwere Energiekrise in den Griff zu bekommen. Für Beschäftigte des öffentlichen Dienstes gilt eine nur zweitägige Arbeitswoche. Schulen sollen künftig freitags geschlossen bleiben.

Zudem gelten in Venezuela weitere Maßnahmen, um dem Mangel an Energie vorzubeugen: Landesweit wird vier Stunden täglich der Strom ausgestellt. Die einzige Ausnahme bildet dabei die Hauptstadt Caracas.

Auslöser der Energiekrise ist eine anhaltende Dürre, wodurch der Wasserstand in den 18 Talsperren des Landes extrem gesunken ist. Aus ihnen speist Venezuela seine Stromerzeugung. Kritiker machen dagegen Missmanagement der sozialistischen Regierung dafür verantwortlich.

Opposition will Maduro stürzen

Die Opposition hat eine Unterschriftensammlung gestartet, um ein Referendum über eine Amtsenthebung Maduros in Gang zu bringen. Die Opposition hält im Parlament zwar die Mehrheit, muss aber für ein Referendum über eine Amtsenthebung in einem ersten Schritt die Unterschriften von einem Prozent der wahlberechtigten Bürger, also von knapp 200.000 Menschen, sammeln. In einem zweiten Schritt müsste die Opposition sogar vier Millionen Unterschriften zusammenbekommen.

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