Venezuelas Staatschef Maduro bei einer Fernsehansprache | Bildquelle: JHONN ZERPA HANDOUT/EPA-EFE/Shut

Angeblicher Invasionsversuch Venezuela mobilisiert Soldaten

Stand: 05.05.2020 08:10 Uhr

Söldner sollen Venezuela angegriffen haben - die Regierung in Caracas hat Zehntausende Soldaten in Stellung gebracht. Die Opposition glaubt, Präsident Maduro habe den Angriff fingiert. Dieser gab die Festnahme von zwei US-Bürgern bekannt.

Nach dem angeblichen Versuch einer Invasion von "terroristischen Söldnern" hat die venezolanische Regierung mehr als 25.000 Soldaten in Stellung gebracht. Sie sollen nach weiteren mutmaßlichen Kämpfern fahnden, die im Land aktiv seien, teilten die Behörden mit.

Bei dem Vorfall am vergangenen Sonntag wurden nach venezolanischen Angaben acht Angreifer getötet. Insgesamt seien bei diesem Versuch der "Invasion" 13 Verdächtige festgenommen worden - andere Quellen sprechen von 15 Festgenommenen. Darunter sollen laut Staatschef Nicolás Maduro auch zwei US-Bürger sein. Die Nationalitäten der weiteren Festgenommenen nannte der Präsident nicht.

Venezolanische Sicherheitskräfte sichern nach einem angeblichen Angriff den Strand von La Guairo. | Bildquelle: AP
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Venezolanische Sicherheitskräfte sichern nach einem angeblichen Angriff den Strand von La Guairo.

Maduro gibt Festnahme von US-Bürgern bekannt

Die zwei US-Bürger seien von venezolanischen Sicherheitskräften festgenommen worden, gab Maduro in einer Rede bekannt. Sie sollen zu einer Gruppe gehört haben, die versucht haben soll, sich vom Meer aus nach Venezuela einzuschleusen. Maduro zeigte in der landesweit übertragenen TV-Rede zwei blaue US-Reisepässe, die den Männern gehören sollen, und las die Namen und Geburtsdaten vor. Die Männer im Alter von 34 und 41 Jahren gehörten zum Sicherheitspersonal von US-Präsident Donald Trump, sagte Maduro. Außerdem zeigte er Ausrüstung wie Walkie Talkies und Nachtsichtgeräte.

Ein in Florida lebender US-Veteran, Jordan Goudreau, hatte bereits vor Maduros Rede erklärt, er habe mit den beiden festgenommenen US-Amerikanern im Rahmen einer Mission zusammengearbeitet, deren Ziel die "Befreiung" Venezuelas gewesen sei. Auch sie seien ehemalige US-Soldaten, mit denen er im Irak und in Afghanistan gedient habe.

Unterschiedliche Angaben zum Vorfall

Goudreau ergänzte zunächst, er habe mit dem von den USA unterstützten Oppositionsführer Juan Guaidó einen Pakt zum Sturz Maduros geschlossen. Die Vereinbarung habe Guaidó aber nie eingehalten. Dennoch preschte Goudreau nach eigenen Angaben mit einer unterfinanzierten Operation mit fast 60 Kämpfern voran, darunter die zwei US-Veteranen. Guaidó wies hingegen jegliche Beteiligung zurück.

Goudreau bestätigte, dass er letztlich weder von Guaidó noch von den amerikanischen oder kolumbianischen Regierungen unterstützt worden sei.

Opposition beschuldigt Maduros Verbündete

Vertreter der sozialistischen Regierung und Maduro werfen Kolumbien und den USA vor, die Attacke mit dem Ziel organisiert und ausgeführt zu haben, den Präsidenten zu stürzen. Beide Staaten wiesen dies zurück.

Die USA und Dutzende andere Staaten erkennen jedoch Maduros Präsidentschaft nicht an und wollen den selbsternannten Übergangspräsidenten Guaidó an der Regierungsspitze sehen. Oppositionelle Politiker Venezuelas und Washington beschuldigten Maduros Verbündete, den Angriff selbst fingiert zu haben.

Machtkampf dauert mehr als ein Jahr an

Der linksgerichtete Staatschef Maduro und der Oppositionsführer Guaidó sind seit mehr als einem Jahr in einen erbitterten Machtkampf verstrickt. Washington unterstützt Guaidó, der sich Anfang 2019 zum Übergangspräsidenten des südamerikanischen Landes ausgerufen hatte.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 05. Mai 2020 um 10:00 Uhr.

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