Venezuelas Präsident Maduro

Venezuelas Häfen unter Militärkontrolle Ein Land mit "Chaos und Korruption"

Stand: 13.07.2016 09:58 Uhr

Im Kampf gegen Venezuelas Versorgungskrise hat Präsident Maduro einen weiteren Schritt ergriffen. Er stellte die fünf wichtigsten Häfen des Landes unter Militärkontrolle. Mit der Maßnahme will er Chaos und Korruption beseitigen.

In Venezuela sollen Soldaten an Häfen, auf Flughäfen und in Unternehmen helfen, Korruption aufzudecken und damit "Chaos und Durcheinander" zu beseitigen. Präsident Nicholas Maduro hat nach einem Treffen mit Verteidigungsminister Vladimir Padrino angekündigt, dass das Militär nun auch die Kontrolle der fünf wichtigsten Häfen übernehmen solle.

Maduro reagiert damit auf die gravierenden Engpässe bei Nahrungsmitteln und Medikamenten. Der Schritt bedeutet aber nach Auffassung des sozialistischen Regierungschefs keine Militarisierung der Gesellschaft. Die Regierung versuche nur, Schmuggel und illegalen Weiterverkäufen von subventionierten Waren vorzubeugen.

Abhängigkeit vom Öl

Seit Jahren befindet sich Venezuela in einer schweren politischen und wirtschaftlichen Krise. Das südamerikanische Land besitzt die größten bekannten Ölreserven der Welt. Venezuela ist aber auch extrem abhängig von den Einnahmen aus dem Ölgeschäft. Seit dem Verfall des Ölpreises sind seine Einnahmen massiv eingebrochen.

Die Opposition macht Maduro für die wirtschaftlichen Probleme verantwortlich. Sie versucht seit Monaten, den Präsidenten durch einen Volksentscheid abzusetzen.

Immer wieder hatte es große Proteste der Bevölkerung gegeben. Bei Unruhen und Plünderungen wurden mehrere Menschen getötet.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 12. Juli 2016 um 05:50 Uhr

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