In den USA finden heute die nächsten Vorwahlen statt. | Bildquelle: AP

USA im Krisenmodus Corona-Pandemie beeinträchtigt Vorwahlen

Stand: 17.03.2020 05:41 Uhr

In den USA sollten heute in vier Staaten Vorwahlen abgehalten werden. In Ohio wurde der Urnengang wegen des Coronavirus aber abgesagt. Die Maßnahmen der Regierung zur Bekämpfung der Pandemie werden derweil drastischer.

Von Claudia Sarre, ARD-Studio Washington

Auch im Corona-Krisenmodus legt Präsident Donald Trump sein gewohntes Verhalten an den Tag. Die Regierung mache einen sehr guten Job, lobte er sich und seinen Krisenstab  bei der Pressekonferenz der Corona Task Force im Weißen Haus. Man hätte alles unter Kontrolle, beteuerte er etwas ernster als sonst, und musste dann doch zugeben, dass man das Coronavirus nicht kontrollieren könne. 

Bis Juli oder August könnten die USA die Pandemie hinter sich bringen - sagte Trump, und schwor die US-Bürger auf bestimmte Verhaltensrichtlinien ein: 

"Kinder sollten wenn möglich zu Hause unterrichtet werden, Versammlungen mit mehr als 10 Menschen vermieden, Reisen abgesagt, und öffentliche Restaurants und Bars gemieden werden."

Keine Ausgangssperre für US-Bürger 

Die Maßnahmen werden auch in den USA drastischer. Bislang allerdings handelt es sich nur um Empfehlungen. Auch eine Ausgangssperre für US-Bürger soll es nicht geben. Die Gouverneure von Bundesstaaten mit vielen Infizierten wurden aufgefordert, Restaurants, Sportstudios, Kinos, Schulen und ähnliches zu schließen, um die Ausbreitung von Covid19 zu verlangsamen.

Wirklich dramatisch wurde es gestern am Börsenmarkt. Die US-Börse erlebte den schwärzesten Tag seit 1997. Nicht einmal der Präsident konnte ausschließen, dass die US-Wirtschaft in eine Rezession abrutschen wird.  

"Das Beste, was ich für den Börsenmarkt tun kann: diese Krise hinter uns bringen. Wenn das Coronavirus erstmal verschwunden ist, wird die Börse wieder so in Höhe schnellen, wie man es noch nicht erlebt hat."

Drei von vier Vorwahlen heute sollen stattfinden

Vor allem Fluggesellschaften gehören zu den Branchen, die unter der Coronavirus Pandemie am meisten leiden. US-Airlines fordern von der US-Regierung ein Hilfspaket in Höhe von rund 50 Milliarden Dollar. Präsident Trump versprach volle Unterstützung.

Die Entscheidung darüber, wer für die Demokraten als Präsidentschaftskandidat ins Rennen ums Weiße Haus gehen soll, gerät in der Krise fast in den Hintergrund. Louisiana, Kentucky und Georgia haben ihre Vorwahlen wegen der Corona-Krise bereits verschoben. Nach einen Hin und Her entschied auch der Bundesstaat Ohio, seine Vorwahlen zu verschieben. Begründung: Es herrsche ein Gesundheitsnotstand.

Die Abstimmungen in Florida, Illinois und Arizona sollen heute aber wie geplant stattfinden. Danach wird sich entscheiden, ob sich Joe Biden endgültig gegen Bernie Sanders durchsetzen kann.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 17. März 2020 um 06:13 Uhr.

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Claudia Sarre, NDR

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