Die Polizei bereitet weitere Tauchgänge auf der Suche nach Überlebenden des Vulkanausbruchs vor. | Bildquelle: AP

Neuseeland Weiterer Toter nach Vulkanausbruch

Stand: 14.12.2019 17:04 Uhr

Fünf Tage nach dem Vulkanausbruch in Neuseeland melden die Behörden ein 17. Todesopfer. Taucher suchen weiterhin nach Vermissten - das Wasser um die Insel White Island ist giftig, die Sichtweite gering.

Durch den Vulkanausbruch auf der neuseeländischen Insel White Island ist ein weiterer Mensch ums Leben gekommen - damit steigt die Zahl der Todesopfer auf 17, wie die Behörden mitteilten. Zur Identität oder Staatsangehörigkeit der Person gab es zunächst keine Angaben. Die Identifizierung der Toten dauert derzeit an.

In Krankenhäusern in Neuseeland und Australien werden den Behörden zufolge noch 27 Verletzte behandelt. Die meisten von ihnen erlitten schwere Verbrennungen und schweben daher in Lebensgefahr. Ihre Brandverletzungen sind so schwer, dass die Mediziner Haut für Transplantationen aus dem Ausland importieren muss.

Wasser um die Insel noch immer giftig

Zum Zeitpunkt der Eruption vor fünf Tagen hatten sich insgesamt 47 Touristen und Reiseführer auf der Insel aufgehalten. Ein Fremdenführer und ein Bootskapitän aus Neuseeland werden noch immer vermisst.

Taucher suchen unter schwierigen Bedingungen nach Leichen in der Bucht um die Insel. Die Sicht unter Wasser liege zwischen "null und zwei Metern", sagte Vizepolizeichef John Tims. Die Taucher hätten eine Menge toter Fische gesichtet, aber noch keine menschlichen Leichen. Das Wasser um die Vulkaninsel sei so giftig, dass die Taucher nach jedem Tauchgang abgewaschen werden müssten - auch die Luft auf der Insel sei so giftig, dass ein einzelner Atemzug tödlich sein könne.

Am Freitag hatten Elitesoldaten in einem hochriskanten Einsatz sechs Leichen von White Island geborgen. Sie betraten die Insel und brachten die Leichen per Hubschrauber auf ein vor der Küste liegendes Marineschiff.

Inzwischen hat die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Ausbruchs Wissenschaftlern zufolge zwar abgenommen, das Risiko bleibt aber bestehen.

Schweigeminute für Montag geplant

Neuseelands Ministerpräsidentin Jacinda Ardern kündigte für Montag eine Gedenkminute für die Opfer an, die um 14.11 Uhr stattfinden soll.

"Wo auch immer man in Neuseeland oder an anderer Stelle der Welt ist, ist dies ein Moment, in dem wir an der Seite derer stehen, die ihre Liebsten in dieser außergewöhnlichen Tragödie verloren haben", heißt es in einer Erklärung.

Der Inselstaat Neuseeland liegt auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring, der geologisch aktivsten Zone der Erde. Der Vulkan gilt als gefährlichster des Landes. Er war seit einiger Zeit wieder verstärkt aktiv, trotzdem fuhren immer wieder Boote mit Ausflüglern dorthin.

Das Betreten der Insel war nur mit ausgebildeten Führern gestattet. Sie ist nunmehr als Todeszone komplett gesperrt. Es war allerdings der erste tödliche Ausbruch seit 1914 - damals kamen zehn Bergarbeiter ums Leben.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 14. Dezember 2019 um 10:00 Uhr in den Nachrichten.

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