Ausbruch des White-Island-Vulkans in Neuseeland. | Bildquelle: AFP

Vulkanausbruch in Neuseeland Kaum Hoffnung mehr auf Überlebende

Stand: 09.12.2019 13:12 Uhr

Etliche Touristen waren gerade auf oder direkt an der neuseeländischen White Island, als der dortige Vulkan ausbrach. Mindestens fünf Menschen starben, Dutzende werden noch vermisst. Der Schock ist groß.

Von Lena Bodewein, ARD-Studio Singapur

Sätze wie diesen sagt kein Einsatzleiter gerne: "Zum einen können wir nicht genau sagen, wie viele Menschen noch auf der Insel sind. Und zum anderen wissen wir nicht, wie es ihnen geht." Die Polizei geht aktuell von mindestens 20 Vermissten aus - und rechnet mit dem Schlimmsten. "An keinem Ort sind Lebenszeichen gesichtet worden. Auf Grundlage der vorliegenden Informationen glauben wir nicht, dass sich auf der Insel noch Überlebende befinden", sagt ein Polizeisprecher.

Am Nachmittag (Ortszeit) war auf einer Insel im Norden Neuseelands der White-Island-Vulkan ausgebrochen. Beinahe vier Kilometer hoch in den Himmel jagte er eine Aschesäule. Riesige Wolken haben sich über und um den Vulkan ausgebreitet. Von den 23 Menschen, die direkt nach dem Ausbruch von der Insel aufs Festland gebracht wurden, sind fünf gestorben. Die anderen 18 haben alle Verletzungen verschiedener Schwere erlitten, vor allem Verbrennungen.

Der Notfalldienst betreut eine verletzte Person. | Bildquelle: dpa
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Notfalldienst im Einsatz: 23 Menschen konnten bisher von der Insel geholt werden - fünf von ihnen starben.

Inzwischen ist es in der betroffenen Bay of Plenty Nacht geworden. Noch immer können die Rettungsmannschaften die Insel nicht erreichen. "Die Experten, mit denen wir kommunizieren, sagen, es ist zu gefährlich für uns, auf die Insel zurückzukehren. Ich muss also auch die Sicherheit unserer Leute und der Rettungsmannschaften bedenken", sagt Polizeieinsatzchef John Tims. Also müssen die Angehörigen und die Einsatzkräfte abwarten.

Schockierte Kreuzfahrt-Touristen

Ein brasilianischer Tourist, Passagier auf einem Kreuzfahrtschiff, erzählt via Twitter: "Einige Menschen hatten großflächige Verbrennungen. Es gab zwei Touren auf die Insel, wir waren bei der ersten Tour. Dann haben wir die Insel verlassen, und zwar gerade mal fünf Minuten, bevor der Vulkan ausbrach."

Das deckt sich mit dem Bild vor Ort: Schockierte Touristen stehen auf einem Tourboot und filmen mit ihren Telefonen den Ausbruch des White-Island-Vulkans. Kurz zuvor hatten sie selbst noch die Insel besucht. "Geht hinein!", schreien einige an Bord. Daraufhin fliehen die Touristen in die Kabinen, um sich vor dem Ascheregen zu schützen.

4000 Meter hohe Aschesäule nach Vulkanausbruch
tagesschau 12:00 Uhr, 09.12.2019, Sandra Ratzow, ARD Singapur

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Touristen aus vielen Ländern betroffen

Rund 30 Passagiere des Kreuzfahrtschiffes sollen sich beim Ausbruch noch auf der Insel befunden haben. Viele von ihnen sollen Australier sein - aber auch das ist nicht sicher. "Wir arbeiten mit einer Menge Leuten daran, herauszubekommen, wer auf der Insel war oder es noch ist. Wir wollen die richtigen Namen und Zahlen. Eine ganze Reihe von Nationalitäten ist dabei, aber mehr kann ich jetzt nicht sagen", sagt Polizeieinsatzchef Tims.

Berichte, nach denen eine Touristengruppe sich direkt am Kraterrand aufgehalten haben soll, sind bisher nicht bestätigt. Webcameras der Vulkanologen auf der Insel sind von Asche bedeckt, es ist kein klares Bild zu bekommen. Schiffe, Hubschrauber und Soldaten des neuseeländischen Militärs stehen parat, um bei der Rettung zu helfen. Doch die Experten vom Institut für Geologie sagen, es sei unsicher, ob der Vulkan nicht in den nächsten 24 Stunden noch einmal ausbreche.

In den vergangenen Wochen hatte das geologische Institut Neuseelands eine verstärkte vulkanische Aktivität festgestellt und darum die Alarmstufe angehoben. Der White-Island-Vulkan befindet sich auf einer Insel rund 50 Kilometer vor der Küste der Nordinsel Neuseelands und ist eine Touristenattraktion. Zum letzten Mal war er vor drei Jahren ausgebrochen.

Weitere Tote und Vermisste nach Vulkanausbruch in Neuseeland
Lena Bodewein, ARD Singapur
09.12.2019 12:53 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 09. Dezember 2019 um 13:00 Uhr.

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