Vulkanausbruch auf  White Island | Bildquelle: dpa

Vulkanausbruch in Neuseeland "Es muss fürchterlich gewesen sein"

Stand: 10.12.2019 15:27 Uhr

Die neuseeländischen Behörden rechnen nach dem Vulkanausbruch auf White Island mit 13 Toten. Insgesamt waren 47 Menschen auf der Insel, darunter auch vier Deutsche. Hätten die Touristen gewarnt werden müssen?

Von Lena Bodewein, ARD-Studio Singapur

Es ist eine niederschmetternde Antwort, die Polizeichef Bruce Bird auf die Frage nach Überlebenden geben musste: "Der Pilot, der dorthin flog, hat 45 Minuten dort verbracht und er hat eine ziemlich deutliche Einschätzung abgegeben, dass niemand diese Explosion überlebt hat. Einer unserer Eagle-Helikopter war auch lange über der Insel und konnte ebenfalls kein Lebenszeichen entdecken."

Russell Clark ist als Rettungssanitäter ebenfalls zu der Insel geflogen, schon während der Anreise aus Auckland bekamen sie die aktuellen Meldungen, dass es viele Patienten in sehr kritischem Zustand gebe. "Wir sahen diese massive Aschewolke von der Insel kommen. Es war wie in der Tschernobyl-Fernsehserie, die ich gesehen habe. Alles war von Asche bedeckt, es war überwältigend entsetzlich. Nach allem, was wir gehört haben, war es verheerend. Wir haben keine Überlebenden finden können. Es muss fürchterlich gewesen sein für sie."

Mehrere Tote bei Vulkanausbruch auf White Island in Neuseeland
Tagesschau 20:00 Uhr, 09.12.2019, Sandra Ratzow, ARD Singapur

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Ausflug auf den "dramatischen Vulkan"

"Dramatischer Vulkan", so heißt der White-Island-Vulkan in der Sprache der Maori, "Whakaari". Er ist eine Touristenattraktion, der Besucher aus aller Welt anlockt, 17.500 Menschen waren im vergangenen Jahr dort. Gestern waren es 47 - Touristen, Frischverheiratete in den Flitterwochen, alte und junge Menschen. Sie kamen von einem Kreuzfahrtschiff, das diesen Ausflug als Attraktion anbot - als der Vulkan plötzlich ausbrach und eine Aschewolke fast vier Kilometer hoch in die Luft schleuderte. Eine Tourgruppe war nahe des Kraters unterwegs. Das sind höchstwahrscheinlich die acht Personen, die nach wie vor vermisst werden.

Auch vier Deutsche waren auf der Insel oder in unmittelbarer Nähe, teilte die neuseeländische Polizei mit. Ob sie unter den Toten sind, lässt sich aber nicht sagen. Das Auswärtige Amt erklärte, man gehe davon aus, dass sich die vier Bundesbürger unter den Verletzten befänden.

Premierministerin spricht Mitgefühl aus

Es sei jetzt die wichtigste Verpflichtung, geliebte Menschen von der Insel zu holen, sagt Premierministerin Jacinda Ardern: "Wir trauern mit denen, die Freunde und Familie verloren haben oder noch vermissen. Wir teilen euren unermesslich tiefen Schmerz und eure Sorgen", sagte Ardern. Sie lobte die Tapferkeit und den Mut der zahlreichen Ersthelfer - Bootsbesitzer, die die Gefahr des Vulkans ignorierten, Hubschrauberpiloten, die nach dem Ausbruch auf die Insel flogen, um noch Überlebende zu retten.

Ausbruch des White-Island-Vulkans in Neuseeland. | Bildquelle: AFP
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Der Vulkan auf der neuseeländischen Insel White Island ist gegen 14.11 Ortszeit ausgebrochen.

"In den vergangenen 30 Jahren immer Touren"

In den umliegenden Krankenhäusern auf dem Festland werden noch 31 Menschen behandelt. Die meisten haben Verbrennungen erlitten, teilweise schwersten Grades. Chirurgen aus ganz Neuseeland werden eingeflogen, um die Verletzten zu behandeln.

Das neuseeländische Institut für Geologie hatte die Warnstufe für den Vulkan nach erhöhter Aktivität in den vergangenen Wochen heraufgesetzt. Auf die Frage, warum Touristen ihn trotzdem besuchen durften, sagte die Premierministerin: "Es hat anscheinend in den vergangenen 30 Jahren immer Touren gegeben. In dieser Zeit war der Vulkan immer aktiv und auch in dieser Warnstufe. Aber es ist ein sehr unberechenbarer Vulkan."

Insgesamt 13 Tote nach Vulkanausbruch in Neuseeland befürchtet
Lena Bodewein, ARD Singapur
10.12.2019 15:36 Uhr

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Über dieses Thema berichtete am 09. Dezember 2019 die tagesschau um 20:00 Uhr und am 10. Dezember 2019 die tagesschau um 05:30 Uhr sowie MDR Aktuell um 07:39 Uhr.

Korrespondentin

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