Der türkische Präsident Erdogan und der russische Präsident Putin (Archivbild vom August 2019) | Bildquelle: VIA REUTERS

Gespräche von Erdogan und Putin Die Erwartungen an das Syrien-Treffen

Stand: 22.10.2019 03:17 Uhr

Vor dem Ablauf der Waffenruhe in Nordsyrien am Abend trifft der türkische Präsident Erdogan auf Russlands Präsident Putin. Auch entlang der Grenze wird der weichenstellende Tag mit Spannung verfolgt.

Von Karin Senz, ARD-Studio Istanbul

Am Mittag trifft sich der türkischen Präsident Recep Tayyip Erdogan mit seinem Amtskollegen Waldimir Putin in Sotschi und am späten Abend läuft die Frist für die Waffenruhe aus. Es werden wohl wichtige Weichen für die Lage in Nordsyrien gestellt. In der Türkei haben Erdogan und sein Außenminister Mevlut Cavusoglu noch mal die Pläne für eine Sicherheitszone bekräftigt. Möglicherweise könnte sie aber kleiner ausfallen, als ursprünglich geplant. Bei vielen Menschen an der türkisch-syrischen Grenze sind die Erwartungen an den Tag groß.

In Dogans kleinem Friseurladen in Sanliurfa läuft der Fernseher in einer Ecke. So kann er seinen Kunden die Haare schneiden und trotzdem die Nachrichten verfolgen. Es laufen gerade Ausschnitte aus einer aktuellen Rede von Hulusi Akar, das ist der türkische Verteidigungsminister:

"Die Rolle der Türkei in der NATO ist lebendig, und das bleibt auch so. Und alle Behauptungen, dass die Türkei angeblich aussteigen oder sich strategisch neu ausrichten würde, führen total in die falsche Richtung."

Waffenruhe nähert sich dem Ende: Die Lage in Nordsyrien
nachtmagazin 00:15 Uhr, 22.10.2019, Alexander Stenzel, ARD Kairo

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Es ist ein Bekenntnis zur NATO in Zeiten, in denen es von anderen Mitgliedern viel Kritik an der Offensive der Türkei in Nordsyrien hagelt. Dogan hat seinen letzten Kunden verabschiedet. Jetzt hat der 42-jährige Zeit zu erklären:

"Nicht nur die NATO, die ganze Welt weiß, dass wir das Recht dazu haben. Sie wollen was gegen unsere Offensive unternehmen, aber sie meinen es nicht wirklich ernst. Die Welt sagt, macht das oder das nicht. Aber sie wissen, es ist zu spät dafür."

Ina Ruck, ARD Moskau, zu den Inhalten des Treffens von Putin und Erdogan
tagesschau 12:00 Uhr, 22.10.2019

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Spielt NATO-Rhetorik Putin in die Hände?

Immer wieder fordern westliche Politiker: Die NATO solle die Türkei rauswerfen. Das dürfte dem russischen Präsidenten Putin in die Hände spielen. Der will die Türkei, so vermuten Experten, aus dem Bündnis herauslösen. Die türkische Offensive sei Teil des Plans. Ilhan ist gerade 18 Jahren alt geworden. Er glaubt nicht daran, dass Putin die Strippen zieht:

"Meiner Meinung nach hat Erdogan versucht, das Eis zwischen der Türkei und Russland weiter zu schmelzen. Vielleicht können sich Russland und die Türkei gegen die USA zusammenschließen, um sie zu vernichten oder die Türkei könnte Russland als Schutzschild gegen die USA nützen. Es ist gut, dass die Russen in Syrien sind, denn die verhindern einen Krieg zwischen der Türkei und den USA."

Ob Moskau auch direkte Kämpfe zwischen der Türkei und dem syrischen Regime verhindert, wird sich vielleicht nach dem Gespräch zwischen Erdogan und Putin zeigen. Denn Russland gilt als Schutzmacht von Machthaber Baschar al-Assad. Der unterstützt aber wiederum die Kurdenmiliz YPG, der die türkische Offensive gilt. Es ist kompliziert. Für Dogan, den Friseur, aber nicht. Die Offensive wird weiter gehen, meint er:

"Die Türkei lässt sich von nichts abhalten, die Türkei ist ein großes Land. Darum glaube ich nicht, dass Putin einen Stopp anordnet. Ich glaub, dass er auf unserer Seite ist. Ich habe das Gefühl, das Putin uns darum helfen wird, zum Beispiel bei der Sicherheitszone."

Streit um Kobane

Erdogan will, dass sich die YPG auf einer Länge von 450 Kilometern zurückzieht, aus dem gesamten Gebiet zwischen dem Fluss Euphrat im Westen und der irakischen Grenze im Osten. Die Kurdenmiliz will maximal einen Streifen von 120 Kilometern bis zum Abend räumen. Je nach Sichtweise liegt die syrische Grenzstadt Kobane innerhalb oder außerhalb der Zone, die die Türkei kontrollieren will. Auch darüber dürften der türkische und der russische Präsident verhandeln.

Ein Kurde diskutiert mit seinem Kollegen, wer denn nach der Offensive das Sagen in der Stadt haben soll:

"Für die Kurden wären die Russen noch am besten. Egal wer kommt, alles ist besser als die Türkei. Wenn Amerika kommt, ist das noch besser. Ja, stimmt, Amerika wäre noch besser. Denn wenn die Türkei kommt, dann plündern sie alles. Vielleicht sind auch die USA Diebe, aber nicht so schlimme."

Er schaut sich um und lächelt etwas nervös.

"Im Leben der Kurden gibt es nur Leid, Elend und und Tod. Ich habe Angst, hier irgendwas zu sagen."

Seinen Namen will er nicht nennen. Nur soviel noch: Die Unterstützung aus Deutschland findet er gut.

Türkei-Offensive in Nordsyrien: Erwartungen an einen wichtigen Tag
Karin Senz, ARD Istanbul
22.10.2019 07:25 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete das Nachtmagazin am 21. Oktober 2019 um 00:15 Uhr.

Korrespondentin

Karin Senz Logo SWR

Karin Senz, SWR

Darstellung: