Demonstranten in Venezuela | Bildquelle: AFP

Wahl in Venezuela Verzweiflung - und trotzdem Maduro?

Stand: 20.05.2018 13:25 Uhr

Die Lebensmittel sind knapp, Geld ist nahezu wertlos: Zufrieden sind die Venezolaner nicht mit ihrem Präsidenten, aber trotzdem gilt ein Sieg von Maduro bei der Wahl als sicher.

Von Anne-Katrin Mellmann, ARD-Studio Mexiko-Stadt, zzt. Caracas

"Bitte geht nicht wählen" steht mit frischer Farbe auf einem Bauzaun in Caracas. Solche Parolen der Regierungsgegner sind Trina Aquino heute egal: Ihr Vater ist zwei Tage vor der Präsidentenwahl gestorben, und sie hat kein Geld für die Bestattung. "Früher, als die Dinge in Venezuela noch normal waren, konnten auch Leute mit wenig Geld ein Begräbnis bezahlen." Das sei vorbei. "Ich habe studiert, arbeite seit 19 Jahren als Lehrerin, und kann es mir nicht leisten, meinen Vater so zu bestatten, wie er es wünschte."

Präsidentenwahl in Venezuela
tagesthemen 23:15 Uhr, 20.05.2018, Xenia Böttcher, ARD Mexiko-Stadt zzt. Caracas

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Hintergrund: Präsidentenwahl in Venezuela

Staatschef Nicolás Maduro stellt sich zur Wiederwahl für eine zweite sechsjährige Amtszeit. Das Oppositionsbündnis MUD boykottiert den Urnengang und beklagte massive Behinderungen im Wahlkampf. Einziger ernsthafter Herausforderer Maduros ist der frühere Sozialist Henri Falcón.

Maduro hat die Wahl vorgezogen, die erst am Jahresende fällig wäre. Zahlreiche Länder und die Europäische Union kündigten an, das Wahlergebnis nicht anzuerkennen. Fast 20 Millionen Venezolaner sind aufgerufen, ihre Stimme abzugeben.

Die Wahllokale sollten um 24.00 Uhr MESZ schließen. Doch wie bereits bei vergangenen Wahlen haben sie länger geöffnet. In einigen Stunde könnte es ein vorläufiges Ergebnis geben.

Xenia Böttcher, ARD Mexiko-Stadt zzt. Caracas, zur Wahl in Venezuela
tagesthemen 23:15 Uhr, 20.05.2018

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Zum Leben zu wenig - zum Sterben auch

Zwei Millionen Bolívares verdient die Lehrerin einer öffentlichen Schule im Monat - das ist zu wenig zum Leben und zum Sterben auch. 78 Millionen kostet eine Beerdigung - und der Preis steigt täglich. Die Hyperinflation in Venezuela wird in diesem Jahr voraussichtlich 14.000 Prozent betragen.

Die Menschen hungern, denn selbst wenn sie Geld haben, bekommen sie kaum Lebensmittel. Alles ist in dem erdölreichen Land Mangelware - sogar Benzin. Die regierenden Sozialisten seien nicht in der Lage, die Probleme zu lösen, sagt Aquino. "Das Problem ist unsere Regierung. Ich bin 43 Jahre alt und habe Venezuela noch nie so arm gesehen. In der Klasse habe ich Kinder, die vor Hunger ohnmächtig werden." Manche kämen deshalb gar nicht erst in die Schule. Oder sie kämen nicht, weil sie kein Geld für den Bus hätten.

Lehrerin Trina Aquino  | Bildquelle: ARD
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"In der Klasse habe ich Kinder, die vor Hunger ohnmächtig werden", sagt die Lehrerin Aquino.

Frau Padilla mit Kindern  | Bildquelle: ARD
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"Sie haben uns Wohnungen versprochen, aber nichts passiert", sagt die junge Mutter Padilla.

Ohne Leitungswasser, ohne Licht

In einem nie fertig gebauten Behördengebäude hausen 160 wohnungslose Familien. Das sind etwa 600 Menschen, die sich ein Bad ohne Leitungswasser und ohne Licht teilen müssen. Seit Jahren warten sie vergeblich darauf, dass ihnen die Regierung eine bessere Unterkunft schenkt. Zehntausende Venezolaner haben dank der einst großzügigen Sozialprogramme solche Wohnungen bekommen. Die Ärmsten der Armen gelten deshalb als treue Wähler der Sozialisten.

In einem der Verschläge, die nur durch dünne Wände voneinander getrennt sind, lebt Kelly Padilla seit zehn Jahren mit ihren drei Kindern. Sie wünschte, dass jemand komme, um zu helfen, jemand mit Macht: "Die Regierung hat uns belogen. Sie haben uns Wohnungen versprochen, aber nichts passiert. Immer vor den Wahlen kommen sie hierher und sagen uns, dass wir sie wählen müssen, damit sie uns helfen können." Aber die 26-Jährige und viele ihrer Nachbarn wollen die Sozialisten dieses Mal nicht wählen. Maduros Sieg sei ohnehin ausgemachte Sache.

In Venezuela regieren Verzweiflung, Unzufriedenheit - und trotzdem weiter Maduro. Denn der beherrscht die Wahlbehörde, das Oberste Gericht und die Verfassungsgebende Versammlung, mit der er das Parlament ausgeschaltet hat.

Die Stimmung vor der Wahl in Venezuela
Anne-Kathrin Mellmann, ARD Mexiko Stadt
20.05.2018 12:00 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 20. Mai 2018 um 13:10 Uhr.

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