Getötete Wale auf einem japanischen Walfangschiff

Urteil des Internationalen Gerichtshofs Japan darf keine Wale mehr jagen

Stand: 18.09.2014 12:46 Uhr

Das höchste UN-Gericht hat Japan den Walfang in der Antarktis verboten. Der Internationale Gerichtshof (IGH) entschied in Den Haag, dass das japanische Walfangprogramm kommerziell angelegt sei und keineswegs wissenschaftlichen Zwecken diene. Damit entfällt die Grundlage für eine Ausnahmeregelung, auf die sich die Regierung in Tokio seit der Verhängung des weltweiten Walfangverbots im Jahr 1986 berief.

Japan müsse sämtliche Genehmigungen und Lizenzen zurückziehen, die es im Rahmen eines Abkommens über die Jagd zu wissenschaftlichen Zwecken vergeben habe, sagte der Vorsitzende Richter Peter Tomka bei der Verlesung des Urteils. Neue Genehmigungen dürften nicht erteilt werden.

Australische Klage erfolgreich

Richter Peter Tomka bei der Verlesung des Urteils zum japanischen Walfang
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Richter Peter Tomka (Mitte) stellte klar, dass Japan alle Walfanglizenzen zurückziehen muss.

Trotz des bestehenden Verbots der kommerziellen Jagd auf Großwale töteten japanische Jäger im Südpolarmeer bislang jedes Jahr Hunderte der Meeressäuger. Dies rechtfertigte die Regierung in Tokio stets mit dem Hinweis auf die Ausnahmeregel, die die Jagd zu wissenschaftlichen Zwecken erlaubt. Sie bestritt allerdings vor Gericht nicht, dass das Fleisch der getöteten Wale, dass in Japan als Delikatesse gilt, auch verzehrt wird. Australien hatte vor diesem Hintergrund Japan im Jahr 2010 verklagt und argumentiert, die offizielle Begründung diene nur als Deckmantel für kommerziellen Walfang. Dieser Ansicht schloss sich der Internationale Gerichtshof nun an.

Den australischen Angaben zufolge töteten Jäger seit 1988 mehr als 10.000 Wale. Die Umweltschutzorganisation Sea Shepherd kritisierte die Jagd in scharfer Form. Sie sieht in einem Verbot des japanischen Walfangs in der Antarktis einen entscheidenden Faktor für das Überleben der Wale in der Region. Neben Japan bekennen sich auch Norwegen und Island zur Jagd auf die Meeressäuger. Sie betreiben ungeachtet des Moratoriums kommerziellen Walfang und berufen sich dabei auf ihre Traditionen.

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