Donald Trump geht winkend über ein Flugfeld | Bildquelle: AFP

Äußerungen zu Warmbier Trump fühlt sich missverstanden

Stand: 02.03.2019 10:39 Uhr

Für seine Äußerung zum Fall des Studenten Warmbier wurde US-Präsident Trump scharf angegangen - doch der spricht von einem Missverständnis. Nordkorea sei natürlich für Warmbiers Tod verantwortlich.

US-Präsident Donald Trump hat nach Kritik an seinen Äußerungen zum Tod eines monatelang in Nordkorea inhaftierten Amerikaners als Missverständnis dargestellt.

"Falsch interpretiert"

Natürlich mache er Nordkorea für die Misshandlung und den Tod des Studenten verantwortlich, erklärte Trump am Freitag auf Twitter. "Ich werde nie gerne falsch interpretiert, aber vor allem nicht, wenn es um Otto Warmbier und seine großartige Familie geht."

Schließlich habe er Warmbier aus Nordkorea herausgeholt. Zu einer Verantwortung von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un äußerte er sich nun aber nicht.

Gipfeltreffen von Trump und kIm in Hanoi | Bildquelle: AFP
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Gipfeltreffen von Trump und Kim in Hanoi: Trumps Verteidigung des nordkoreanischen Staatschefs im Fall Warmbier sorgt für Empörung.

Trump hatte nach dem Gipfel mit Kim in Vietnam gesagt, er gehe davon aus, dass der nordkoreanische Machthaber nichts von der Inhaftierung Warmbiers gewusst habe. Trump sagte über Kim: "Er sagt mir, dass er nichts davon wusste, und ich werde ihn beim Wort nehmen".

"Großes Land, viele Leute"

"Was geschehen ist, ist furchtbar. Ich glaube wirklich, dass ihm (Warmbier) etwas Furchtbares geschehen ist, und ich glaube wirklich nicht, dass die oberste Führung davon etwas wusste."

Trump deutete an, dass Kim nicht über alle Gefangenen in seinem Land Bescheid wissen könne. "Großes Land, viele Leute. Und in diesen Gefängnissen und diesen Lagern hat man viele Leute."

Vertreter der Demokraten und die Eltern Warmbiers hatten Trump daraufhin scharf kritisiert. Warmbiers Eltern erklärten, sie hätten sich aus Rücksicht auf das Gipfeltreffen bislang zurückgehalten, sähen sich nun aber zu einer Stellungnahme gezwungen. "Kim und sein bösartiges Regime" seien für den Tod ihres Sohnes, für "unvorstellbare Grausamkeit und Unmenschlichkeit verantwortlich". Keine "Entschuldigungen oder übertriebenes Lob können das ändern".

Otto Warmbier bittet im Frühjahr 2016 auf einer Pressekonferenz in Nordkorea unter Tränen um Verzeihung und Gnade. | Bildquelle: AFP
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Otto Warmbier bittet im Frühjahr 2016 auf einer Pressekonferenz in Nordkorea unter Tränen um Verzeihung und Gnade.

Trump hatte in der Vergangenheit bereits mehrfach Aussagen von Autokraten mehr Glauben geschenkt als seinen eigenen Geheimdiensten - etwa der saudischen Königsfamilie im Zusammenhang mit der Tötung des Journalisten Jamal Khashoggi oder dem russischen Präsidenten Wladimir Putin bei dessen Beteuerung, sich nicht in die US-Wahl 2016 eingemischt zu haben.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 02. März 2019 um 09:45 Uhr.

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