Harvey Weinstein erreicht das Gerichtsgebäude in New York, wo der Prozess gegen ihn stattfindet. | Bildquelle: AFP

Sexuelle Übergriffe Auftaktplädoyers im Weinstein-Prozess

Stand: 22.01.2020 07:48 Uhr

Im Prozess gegen den Ex-Filmmogul Weinstein verlesen Anklage und Verteidigung ihre Eröffnungsplädoyers. Es geht um die Vorwürfe von zwei Frauen - um deren Glaubwürdigkeit wird ein harter Kampf erwartet.

In New York beginnt zwei Wochen nach dem Start des Prozesses gegen Harvey Weinstein der inhaltliche Teil. Anklage und Verteidigung verlesen ihre Eröffnungsplädoyers.

Mehr als 80 Frauen werfen ehemaligen Hollywood-Produzenten sexuelle Übergriffe vor. In New York werden aber nur zwei Fälle verhandelt. Der zuständige Richter James Burke betont, der Prozess sei keine Verhandlung über die Me-Too-Bewegung, die nach Bekanntwerden der Vorwürfe gegen Weinstein 2017 ausgelöst wurde.

Es wird erwartet, dass zuerst Chefanklägerin Joan Illuzzi-Orbon den Fall aus der Sicht der Staatsanwaltschaft darlegt. Danach soll Weinsteins Hauptanwältin Donna Rotunno zu den Vorwürfen Stellung nehmen. Sie hat sich auf Fälle spezialisiert, in denen Männer sexueller Übergriffe beschuldigt werden und ist wegen ihrer aggressiven Verhörmethoden gefürchtet.

Empörung über Weinsteins Verteidigerin Rotunno
morgenmagazin, 22.01.2020, Stefanie Dodt, ARD New York

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Kampf um die Glaubwürdigkeit der Zeuginnen

Zwischen Anklage und Verteidigung wird ein harter Kampf um die Glaubwürdigkeit der Zeuginnen erwartet. Weinsteins Verteidigung wird anscheinend auf der Darstellung beruhen, dass die sexuellen Handlungen einvernehmlich gewesen seien, weil die Frauen sich davon einen Karriereschub versprachen.

Bei der Anklage gegen den früheren Hollywood-Mogul geht es um Vorwürfe von zwei Frauen. Eine von ihnen soll der heute 67-Jährige 2013 vergewaltigt und eine andere 2006 zum Oralsex gezwungen haben. Sie wird von der Staranwältin Gloria Allred vertreten. Die Jury sollte nur die Aussagen der Opfer bewerten und nicht die Unterstellung der Verteidigung, fordert sie.

Anklage setzt auf weitere Zeuginnen

Die Anklage setzt auf weitere Zeuginnen, deren Fälle zwar nicht verhandelt werden, die Weinstein aber ebenfalls sexuelle Übergriffe bis hin zur Vergewaltigung vorwerfen. Ihre Aussagen sollen ein wiederkehrendes Muster belegen, wie der ehemalige Hollywood-Produzent seine Macht ausgenutzt hat.

Weinstein hatte immer wieder betont, die sexuellen Kontakte seien einvernehmlich erfolgt. Bei einer Verurteilung droht ihm eine lebenslange Haftsrafe.

12 Geschworene entscheiden

In dem aufsehenerregenden Prozess waren in den ersten Wochen zwölf Geschworene und drei Ersatzjuroren aus einem Pool von ursprünglich mehr als 600 Personen ausgewählt worden.

Ein großer Anteil war ausgeschieden, weil sich viele potenzielle Geschworene für befangen erklärten. Staatsanwältin Illuzzi-Orbon warf der Verteidigung bei der Auswahl der Geschworenen vor, systematisch jüngere weiße Frauen ausschließen zu wollen.

#MeToo-Bewegung ausgelöst

Insgesamt mehr als 80 Frauen hatten seit 2017 Weinstein sexuelle Übergriffe vorgeworfen und damit die globale MeToo-Bewegung ausgelöst. Weltweit hatten Frauen und auch einige Männer ihre eigenen Schicksale in denen der mutmaßlichen Weinstein-Opfer wiedererkannt.

Unter dem Schlagwort "#MeToo" ("Ich auch") sammelten sie ihre Erfahrungen und stießen auch in Deutschland Diskussionen über sexualisierte Gewalt und männlichen Machtmissbrauch an.

Mit Informationen von Peter Mücke, ARD-Studio New York

Über dieses Thema berichtete das ARD Morgenmagazin am 22. Januar 2020 um 06:10 Uhr.

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