Weinstein-Prozess Geschworene beginnen mit Beratungen

Stand: 18.02.2020 09:08 Uhr

Das Schicksal von Weinstein liegt jetzt in den Händen von zwölf Laien. Die Geschworenen in dem Prozess sollen sich heute zur Urteilsfindung zurückziehen - der Ausgang ist offen.

Von Antje Passenheim, ARD-Studio New York

Harvey Weinsteins Chef-Verteidigerin, Donna Rotunno, weiß, dass sie nichts mehr wenden kann. "Ab jetzt liegt alles in den Händen der Jury", sagt sie. Und - als sei das so unklar - erinnert die Anwältin noch einmal daran: "Hier geht es um Beweise! Es geht nicht um Emotionen, und es ist kein Beliebtheitswettbewerb."

Jury zieht sich im Weinstein-Prozess zu Beratungen zurück
Morgenmagazin, 18.02.2020, Christiane Meier, ARD New York

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Auch Richter James Burke hatte gleich zu Beginn die zwölf Geschworenen daran erinnert, dass dieser Prozess kein Referendum über die MeToo-Bewegung oder über Frauenrechte sei. Die Vertreter des Volkes in diesem Prozess sollten die öffentliche Meinung über die Hollywood-Skandalgeschichten aus dem Gerichtssaal herauslassen.

Die Schauspielerinnen Rosanna Arquette, Dominique Huett (am Mikrofon) and Rose McGowan protestieren vor dem Gerichtsgebäude, in der der Prozess gegen Weinstein beginnt. | Bildquelle: AFP
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Die Schauspielerinnen Rosanna Arquette, Dominique Huett (am Mikrofon) and Rose McGowan protestierten vor dem Gerichtsgebäude.

Es gelten strenge Regeln

Wochenlang hatte die Jury mit ernstem Blick alles verfolgt. Einmal schien es, als sei einer weggenickt. Von heute an müssen die Geschworenen beraten. Dabei gelten strenge Regeln, sagt Anwalt Sepp Landsman von einer großen New Yorker Kanzlei.

"Es ist ein Raum in einem normalen Regierungsgebäude. Normalerweise werden sie bewacht - zu ihrem Schutz und um sicher zu gehen, dass keiner den Raum verlässt. Denn sie dürfen nur miteinander reden, wenn sie alle da sind."

Sieben Männer und fünf Frauen wurden nach dem Zufallsprinzip ausgewählt. Das oberste Gebot: Geschworene dürfen keine Beziehung zu dem Fall haben und keine Meinung dazu geäußert haben - auch nicht in den sozialen Medien.

In deren Zeitalter ist es kaum möglich, ein Vorurteil vor solch einem aufsehenerregenden Verfahren zu haben - das zumindest sagen Kritiker.

Die Gerichtszeichnung zeigt Staatsanwältin Joan Illuzzi-Orbon während ihres Plädoyers. | Bildquelle: REUTERS
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Die Gerichtszeichnung zeigt Staatsanwältin Joan Illuzzi-Orbon während ihres Plädoyers.

Schuldig oder unschuldig

Doch am amerikanischen Rechtssystem ändert das nichts. Es sieht vor, dass die Geschworenen über schuldig oder unschuldig urteilen.

Wie die zwölf vorgehen, wenn sie heute zum ersten Mal die Tür hinter sich schließen, bleibt ihnen freigestellt. Feste Regeln gibt es nicht - auch keinen Moderator, sagt Anwalt Landsman:

"Vielleicht wollen sie zunächst wissen, was jeder denkt, um dann abzustimmen. Oder sie hören sich an, was jeder im Raum zu sagen hat. Das ist ein lockerer, organischer Prozess."

Zwölf Köpfe - eine Meinung

Dieser Prozess kann Tage oder Woche dauern. Wenn die Jurymitglieder abends nach Hause gehen, sind sie zum Schweigen über das Verfahren verpflichtet. Ein Urteil ist erst dann möglich, wenn alle zwölf derselben Meinung sind, erklärt Anwalt Landsman:

"Wenn Sie glauben, dass sie zu keiner Entscheidung kommen, dann können sie dem Richter mitteilen, dass sie festgefahren sind."

Dann kann der Richter sie entweder zum Weitermachen ermutigen oder - im schlimmsten Fall - es muss nachverhandelt werden. Sind sich die Geschworenen einig, ist der Richter der Erste, der davon erfährt.

Er könnte theoretisch noch diese Woche das Gericht zusammenrufen, um von der Jury zu hören, was dem einst mächtigen Filmproduzenten blüht: Freispruch oder Strafe!

#MeToo: Urteil im Weinstein-Prozess hängt ab heute an Jury
Antje Passenheim, ARD New York
18.02.2020 07:49 Uhr

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Über dieses Thema berichtete das ARD-Morgenmagazin am 18. Februar 2020 um 05:45 Uhr.

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