Harvey Weinstein | Bildquelle: AFP

Missbrauch in Hollywood 25 Millionen Dollar für Weinsteins Opfer

Stand: 12.12.2019 03:59 Uhr

Der wegen Vergewaltigung angeklagte Ex-Filmmogul Weinstein und sein früheres Filmstudio haben Medienberichten zufolge einen 25 Millionen Dollar schweren vorläufigen Vergleich mit den mutmaßlichen Opfern erzielt.

Von Marcus Schuler, ARD-Studio Los Angeles

Die bankrotte Firma des Filmproduzenten Harvey Weinstein hat nach Informationen der "New York Times" mit Dutzenden seiner mutmaßlichen Opfer eine Einigung erzielt: Die mehr als 30 Schauspielerinnen und ehemaligen Weinstein-Mitarbeiterinnen würden zusammen eine Entschädigung von 25 Millionen Dollar erhalten.

Der jetzige Vergleich bedeutet aber nicht, dass der Prozess gegen den Filmproduzenten in New York eingestellt wird. Er soll wie geplant Anfang am 6. Januar beginnen. Dann muss sich der 67-Jährige wegen Vergewaltigung und sexueller Übergriffe in zwei Fällen verantworten.

Weinstein muss die Summe nicht selbst zahlen

Die Vereinbarung betrifft Weinsteins Produktionsfirma in Los Angeles, die mittlerweile insolvent ist. Demnach ist der Studiomogul nicht verpflichtet, ein Fehlverhalten zuzugeben oder selbst etwas zu zahlen. Die Vergleichssumme wird von Versicherungsunternehmen aufgebracht, bei denen die Weinstein-Firma versichert war. Mehr als 30 Schauspielerinnen sowie ehemalige Mitarbeiterinnen von Weinstein sind Teil des Deals. Laut "New York Times" würde damit fast jede Klage gegen ihn und seine frühere Firma beendet.

Unter den Klägerinnen befinden sich unter anderem die Schauspielerinnen Gwyneth Paltrow. Angelina Jolie und Salma Hayek. Eine Klage der Schauspielerin Ashley Judd, die angekündigt hatte, Weinstein vor Gericht zu bringen, ist nicht Teil des Vergleichs. Ihre Kollegin Katherine Kendall, die ebenfalls von Weinstein sexuell belästigt worden sein soll, sagte, dass sie von dem Vergleich enttäuscht sei, sie habe aber letztlich zugestimmt, weil sie andere Kläger nicht daran hindern wollte, eine Entschädigung zu erhalten.

Anklage wegen Vergewaltigung: Weinstein kauft sich frei
Marcus Schuler, ARD Los Angeles
12.12.2019 08:44 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 12. Dezember 2019 um 01:00 Uhr.

Darstellung: