Weltraumteleskop James Webb | Bildquelle: AP

NASA-Projekt Start von Weltraumteleskop verschoben

Stand: 28.06.2018 11:05 Uhr

Das James Webb Weltraumteleskop macht der NASA große Sorgen. Wegen technischer Probleme muss der Start weiter verschoben werden. Ein Untersuchungsbericht hat erhebliche Pannen gefunden.

Von Jan Bösche, ARD-Studio Washington

Innerhalb eines halben Jahres hat die NASA den Starttermin des Weltraumteleskops dreimal verschoben: von 2018 auf 2021. Der Grund sind unter anderem Probleme beim Zusammenbau, die jetzt ein Untersuchungsbericht aufdeckte.

So lösten sich bei einem Vibrationstest 70 Bolzen. Einige von ihnen fielen in das Teleskop und konnten noch nicht wiedergefunden werden. Bei einem Test der Antriebsdüsen wurde ein falsches Lösungsmittel verwendet, was die Düsen beschädigte. Außerdem gab es Probleme bei der Verdrahtung.

Verzögerungen gehen ins Geld

Sowohl NASA als auch der Dienstleister Northrop Grumman räumten Fehler ein. Der zuständige NASA-Direktor Thomas Zurbuchen sagte, man müsse alle richtig machen, bevor man ins Weltall starte. Das Weltraumteleskop soll 1,6 Millionen Kilometer entfernt im All operieren. Dort kann es nicht von Astronauten repariert werden - so wie der Vorgänger Hubble, der mit einem Spiegelfehler gestartet war.

Weltraumteleskop James Webb | Bildquelle: picture alliance/AP Photo
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Der Start des Weltraumteleskops verschiebt sich auf das Jahr 2021.

Das Problem für die NASA: Die Verzögerungen gehen ins Geld, die geschätzten Kosten könnten zehn Milliarden Dollar erreichen. Soviel Geld hat der Kongress nicht bereitgestellt, darum müssen die Mittel neu genehmigt werden.

Das James Webb Weltraumteleskop ist eine aufwändige Konstruktion, mit einem Sonnensegel in Tennisplatz-Größe. Das Segel soll die empfindliche Messtechnik schützen, es muss im All entfaltet werden. Die NASA erhofft sich von dem Teleskop bahnbrechende Einblicke in die Tiefen des Weltalls und Erkenntnisse über die Entstehung unserer Galaxie.

Weltraum-Teleskop "James Webb" verzögert sich weiter
Jan Bösche, ARD Washington
28.06.2018 10:43 Uhr

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Über dieses Thema berichteten MDR Nachrichten am 28. Juni 2018 um 13:20 Uhr.

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