US-Präsident Trump steigt nach der Landung in Zürich aus der Air Force One.  | Bildquelle: REUTERS

Weltwirtschaftsforum in Davos Trump macht den Anfang

Stand: 21.01.2020 10:05 Uhr

Nahost-Krise und Weltwirtschaft: Auf US-Präsident Trump warten in Davos wichtige Themen. Er spricht als einer der ersten beim Weltwirtschaftsforum. Eine Gegenspielerin hatte schon vor ihm ihren Auftritt.

In Davos beginnt heute die 50. Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums. Die Auftaktrede hält US-Präsident Donald Trump (11.30 Uhr). Der US-Präsident landete am Morgen am Flughafen in Zürich. Er steht wegen des Amtsenthebungsverfahrens innenpolitisch unter Druck. Doch statt sich im Weißen Haus zu verschanzen, sucht er knapp zehn Monate vor der US-Präsidentenwahl wohl lieber das globale Rampenlicht.

Trump wird in Davos unter anderem Iraks Staatschef Barham Salih sowie den Präsidenten der kurdischen Autonomiegebiete, Nechirvan Barsani, treffen. Das Verhältnis des Iraks mit den USA war Anfang Januar erschüttert worden, als die US-Armee in Bagdad Irans Top-General Ghassem Soleimani getötet hatte.

Trump wird Wogen glätten wollen

Das irakische Parlament forderte die Regierung daraufhin auf, die derzeit rund 5000 dort stationierten US-Soldaten des Landes zu verweisen. Trump dürfte in seinen Gesprächen darauf setzen, die Wogen wieder zu glätten und die Iraker auf den gemeinsamen Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" einzuschwören.

Zudem will sich Trump hinter verschlossenen Türen mit Pakistans Regierungschef Imran Khan und dann EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen treffen. Dabei dürfte es wohl um den Handelskonflikt zwischen der Europäischen Union und den USA gehen - hier droht Trump mit Strafzöllen auf Autoimporte aus der EU.

US-Präsident will Konzernchefs treffen

Darüber hinaus sucht Trump in Davos den Austausch mit den Chefs großer Unternehmen. "Ich werde die wichtigsten Unternehmensführer der Welt treffen", hatte Trump angekündigt. Er will Davos dafür nutzen, um für Investitionen in den USA zu werben. "Wir wollen, dass diese Unternehmensführer alle in die Vereinigten Staaten kommen", so Trump. Kurz vor seiner Abreise twitterte er, er werde weitere Hunderte Milliarden Dollar zurück in die USA bringen.

Auch Greta Thunberg ist in Davos

Im Handelsstreit mit China hatte Trump in der vergangenen Woche ein erstes Teilabkommen mit Peking besiegelt. Das ursprünglich angestrebte umfassende Handelsabkommen steht aber noch aus. In Davos spricht später auch der chinesische Vizeministerpräsident Han Zheng (14.15 Uhr).

Bereits vor der offiziellen Eröffnung nahm die Aktivistin Greta Thunberg an einer Diskussionsrunde zum Klimawandel teil. Trotz der weltweiten Protestaktionen sei beim Klimaschutz so gut wie nichts erreicht worden, beklagte die Schwedin enttäuscht.

Wahrscheinlich kein Treffen von Trump und Thunberg

Der Ausstoß der klimaschädlichen Treibhausgase vergrößere sich immer weiter. Thunberg forderte, dass die Regierungen den Klimaschutz endlich ernst nehmen müssten. Ohne die Erderwärmung als reale Krise zu behandeln, könne sie nicht gelöst werden. Zu einem Treffen von Thunberg mit Trump wird es in Davos wahrscheinlich nicht kommen.

Merkel spricht am Donnerstag

Auch Angela Merkel wird Trump nicht begegnen: Wenn er am Mittwoch abreist, ist die Bundeskanzlerin noch nicht da. Sie hält erst am Donnerstag eine Rede. Bei dem viertägigen Treffen in den Schweizer Alpen diskutieren 3000 Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft über Lösungen für internationale Probleme.

Die Tagung steht in diesem Jahr unter dem Motto "Stakeholder für eine solidarische und nachhaltige Welt". Im Fokus stehen vor allem der Klimawandel sowie geopolitische Probleme wie die Krisen im Nahen Osten und in Libyen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 21. Januar 2020 um 06:00 Uhr.

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