Werner Schneyder (Archivbild) | Bildquelle: picture alliance / Karlheinz Sch

Kabarettist und Moderator Werner Schneyder gestorben

Stand: 03.03.2019 15:07 Uhr

Der österreichische Kabarettist, Moderator und Autor Werner Schneyder ist tot. Schneyder, der unter anderem für das ZDF als Sport-Kommentator gearbeitet hatte, starb nach Angaben seiner Familie im Alter von 82 Jahren.

Als Satiriker nahm Werner Schneyer jahrzehntelang die Verhältnisse in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft aufs Korn. Mehr als 1000 Auftritte auf den Bühnen in Österreich und Deutschland und die Arbeit als Sportkommentator, unter anderem bei Boxkämpfen und im "Aktuellen Sportstudio" im ZDF, machten Schneyder bekannt.

Jetzt ist der Österreicher im Alter von 82 Jahren gestorben, wie die Nachrichtenagentur dpa aus Kreisen von Schneyders Familie erfuhr. Zuvor hatten mehrere österreichische Medien darüber berichtet.

Durchbruch mit Dieter Hildebrandt

Der gebürtige Grazer mit Doktortitel in Publizistik war zunächst Lokal-Sportreporter und Werbetexter. Wenig später arbeitete er in Salzburg als Theaterdramaturg und schrieb auch Theaterkritiken, bevor er wiederum die Seiten wechselte und selbst als Kabarettist auf der Bühne stand.

Meist verfolgte er seine Interessen parallel, war gleichzeitig Autor und Kabarettist, Schauspieler und Aphoristiker oder Regisseur und Drehbuchautor. Zeitweise schrieb er Kolumnen im Männermagazin "Playboy". Rund 20 Bücher hat er verfasst. Er selbst bezeichnete sich als "Universaldilettant".

Der Durchbruch beim deutschen Fernseh- und Kabarettpublikum gelang Schneyder vor allem durch seine Auftritte in der Münchner "Lach- und Schießgesellschaft". Zusammen mit Dieter Hildebrandt schimpfte er gern voller Süffisanz auf die Politik. Das erste gemeinsame Programm "Talk täglich" wurde 1974 ein großer Erfolg. "Es war eine politische Seelenverwandtschaft", sagte Schneyder über die Jahre mit dem 2013 gestorbenen Hildebrandt.

Trauer um Kabarettisten Werner Schneyder
tagesschau 17:15 Uhr, 03.03.2019, Jessica Lepke, BR

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Schneyder passte in keine Schublade

Schneyder selbst sah sich politisch als vielfarbig. "Ich bin in einigen Punkten erzkonservativ, in anderen tief grün, flächendeckend liberal und sozialpolitisch sehr links", sagte er einmal. Mit dieser Grundhaltung fand er viel Stoff für Bücher und Bühnenauftritte.

Schneyder veröffentlichte bis zuletzt Artikel über die kulturellen und politischen Verhältnisse speziell in Österreich. Auch als TV-Gast war er noch gefragt. Im österreichischen Bundespräsidenten-Wahlkampf 2016 wetterte er gegen den FPÖ-Kandidaten Norbert Hofer und stand klar an der Seite des grünen-nahen späteren Siegers Alexander Van der Bellen.

Er kritisierte aber auch scharf den Islam: "De jure ist er eine Religion, die die Weltherrschaft anstrebt", sagte er. Die oftmals aus politischer Korrektheit gepflegte Toleranz gegenüber dieser Religion hielt er für falsch.

Begeisterter Opernfan

Die weiche Seite des Satirikers kam zum Vorschein, wenn er bei seinen Auftritten zum Sänger wurde. Unter dem Titel "Das war's von mir" präsentierte er 2017 seine besten Kabarettnummern in aktualisierter Version und mit vielen Chansons. "In der zweiten Hälfte singe ich Liebeslieder. Das ist der andere Schneyder", so der Künstler damals zum Auftakt des Programms.

Schneyder sammelte voller Begeisterung Bilder und war ein großer Opernfan. Diese Musikgattung sah er allerdings bedroht. Deshalb übersetzte er die Texte in die jeweilige Sprache des Publikums. Nachdichtungen könnten viel besser sein als die italienischen, französischen, russischen Originale, glaubte er.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 03. März 2019 um 15:00 Uhr.

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