DWD-Chef Gerhard Adrian | Bildquelle: picture alliance / dpa

Adrian neuer WMO-Präsident Deutscher wird Wächter des Weltwetters

Stand: 14.06.2019 12:06 Uhr

Erstmals ist ein Deutscher zum Chef der Weltwetterorganisation gewählt worden. DWD-Chef Adrian setzte sich dabei gegen den US-Kandidaten durch. Das gilt auch als politisches Signal.

Als erster Deutscher ist Gerhard Adrian zum Präsidenten der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) gewählt worden. Die Delegierten des WMO-Kongresses in Genf wählten ihn für vier Jahre an die Spitze der UN-Organisation. Adrian ist seit 2010 bereits Präsident des Deutschen Wetterdienstes (DWD).

"Anerkennung des deutschen Engagements"

"Die WMO ist die Schaltzentrale aller internationalen meteorologischen Aktivitäten. Sie schafft die Grundlagen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit der Mitgliedsstaaten", sagte Gerhard nach der Entscheidung. Seine Wahl sei auch "eine Anerkennung des weltweiten deutschen Engagements beim Schutz vor Wettergefahren und der Anpassung an den Klimawandel."

WMO-Sprecherin Claire Nullis hatte zuvor deutlich gemacht: "Im Grunde genommen ist alles, was wir tun, sehr stark darauf ausgerichtet, dieser wachsenden Herausforderungen zu begegnen, die der Klimawandel darstellt." Zu den Kernaufgaben der Organisation zählen die Wetter- und Atmosphärenbeobachtung, der Austausch von Wetterinformationen, Wettervorhersagen und Unwetterwarnungen.

Nur 27 Prozent der Staaten verfügen laut WMO-Angaben aber derzeit über moderne Wetterdienste, 26 Prozent liefern lediglich Basisinformationen. Die Wetterdienste der restlichen Länder liegen irgendwo dazwischen. Vor diesem Hintergrund ist die Unterstützung der WMO bei der Erfassung verlässlicher Klimadaten wichtig.

Adrians Wahl auch ein Signal gegen US-Linie

Adrian setzt sich für die weitere Verbesserung des globalen kostenlosen Austauschs der relevanten Wetterdaten zwischen den Mitgliedsstaaten ein, die diese auf ihrem eigenen Gebiet erheben. Diese Regelung gilt bereits seit Jahren. Die zentralen Aufgaben bei diesem Datenaustausch übernehmen dabei bislang die staatlichen nationalen Wetterdienste.

Die Wahl Adrians wird vor diesem Hintergrund auch als Votum gegen die sich abzeichnende Linie der Regierung von US-Präsident Donald Trump interpretiert. Dieser will den Etat des staatlichen nationalen US-Wetterdienstes stark kürzen und private Anbieter stärken. Der unterlegene US-Kandidat für das WMO-Präsidentenamt, Louis Uccellini, hatte in seiner Bewerbung die Zusammenarbeit mit dem privaten Sektor als eine zentrales Ziel hervorgehoben.

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