Ein Zebra schaut in die Kamera

Forscher über Zebrafell Streifen gegen Stiche

Stand: 22.02.2019 11:45 Uhr

Britische Forscher wollen herausgefunden haben, dass Zebras ihre Streifen haben, um sich vor Insektenstichen zu schützen. Wird die kommende Sommermode also auch gestreift?

Von Udo Schmidt, ARD-Studio London

Warum ist die Banane krumm, warum hat der Leopard Punkte, warum das Zebra Streifen? Viele Fragen, zu wenige Antworten. Eine Frage allerdings ist jetzt vielleicht beantwortet. Denn Martin How von der Universität von Bristol hat herausgefunden, dass die Streifen des Zebras Insekten abhalten. Es gebe zwar eine lange Liste von Erklärungen, warum Zebras Streifen haben, beginnend mit Darwin: Zur Tarnung, zur Temperaturregulierung, zur Kommunikation zwischen den Tieren. Aber keine Erklärung fuße auf Untersuchungen.

Ein Pferd auf einer Wiese, das eine Decke mit Zebrastreifen-Muster trägt. | Bildquelle: AP
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Die Wissenschaftler verkleideten Pferde für ihre Studie

Verkleidete Pferde

Die Versuchsanordnung in einem Stall in North Somerset: Das Team von Dr. How schuf eine Art Wolf im Schafspelz, ein Pferd, dem eine schwarz-weiß gestreifte Decke übergeworfen wurde. Für die Pferdebremsen, die schmerzhaft stechen und Krankheiten übertragen, war aus dem Pferd ein Zebra geworden. Mit dem Ergebnis, dass die eigentlich angriffslustigen Insekten nicht landen konnten und ihr Glück woanders versuchten.

Der Wissenschaftler erklärt: "Wir haben herausgefunden, dass die Zahl der Attacken von Pferdebremsen dramatisch zurückgeht, wenn das Pferd eine gestreifte Decke trägt." Auch echte Zebras würden nur sehr selten gestochen, verglichen mit Pferden. Warum das ist so ist, darüber zerbrechen sich die Gelehrten in Bristol noch den Kopf.

"Möglicherweise werden die Pferdebremsen durch die Streifen geblendet oder verwirrt und können dann nicht landen. Sie haben sehr schlechte Augen, sie können die Streifen erst sehen, wenn sie sehr nah dran sind", mutmaßt How.

Zebras auf dem Zug
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Verwirrend für Insekten: Zebras sind durch ihr Fell geschützt vor Stichen.

Gestreifte Kleidung statt Mückenspray

Was für Zebras gut ist, könnte auch dem Menschen helfen. Wenn Stechmücken und Bremsen von schwarz-weißen Streifen verwirrt werden, dann sollte der kommende Sommer schwarz-weiß werden, zumindest was die Mode angeht. Gestreifte T-Shirts sind zwar nicht immer der letzte Schrei, aber evolutionär könnten sie höchst erfolgreich sein. Das bestätigt auch Forscher How. Bei den Untersuchungen sei sein Team häufig gestochen worden, wenn die Wissenschaftler ein einfarbiges T-Shirt getragen hätten und selten, wenn das Shirt gestreift gewesen sei.

Gefälschte Zebras

Grundsätzlich sollten sich Forscher und Zoobetreiber noch besser austauschen - weltweit möglichst -, zumindest was die Zebraforschung angeht. Denn im Zoo von Kairo in Ägypten wurden im vergangenen Jahr zwei Esel entdeckt, deren schwarz-weiße Streifen aufgemalt waren. Der Verdacht: Dem Zoo fehlte der Publikumsmagnet Zebra, also wurden zwei gemalt. Nach Dementis und zögerlichem Eingeständnis wurde schließlich ein Tierpfleger entlassen. Ein typisches Zebraopfer. Dabei wäre die Rechtfertigung doch so einfach gewesen. Hast Du Streifen, wirst du nicht gestochen. Diese Gnade sollte schließlich auch einem Esel zu teil werden.

Zebrastreifen gegen Pferdebremsen
Udo Schmidt, ARD London
22.02.2019 11:08 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 22. Februar 2019 um 05:44 Uhr.

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