Konflikt in Zentralafrika Zehntausende fliehen vor Gewalt

Stand: 08.01.2021 15:14 Uhr

Kurz vor der Präsidentenwahl in der Zentralfrikanischen Republik hatten Rebellen Sicherheitskräfte und UN-Soldaten angegriffen. Der gewaltsame Konflikt dauert an und treibt fast 100.000 Menschen in die Flucht.

Die Gewalt rund um die Wahlen in der Zentralafrikanischen Republik hat laut den UN eine Massenflucht ausgelöst. Angaben des Hilfswerks UNHCR zufolge flohen mehr als 30.000 Menschen in die Nachbarländer. Sie seien nach Kamerun, in den Tschad, die Demokratische Republik Kongo, und die Republik Kongo geflohen, sagte ein Sprecher der Organisation und prangerte die Menschenrechtsverletzungen in der Zentralafrikanischen Republik an.

Rund 62.000 Menschen seien außerdem innerhalb des Landes auf der Flucht. Die meisten Menschen hätten in Gemeinden oder in notdürftigen Unterkünften Zuflucht gefunden und bräuchten dringend Wasser, Zugang zu medizinischer Versorgung und zu Hygienemaßnahmen, um die Ausbreitung des Coronavirus und anderen Krankheiten zu verhindern.

Konflikte nach Präsidentschaftswahl

Hintergrund der aktuellen Konflikte ist die Präsidentschaftswahl Ende Dezember. Nach offiziellen Angaben hat Amtsinhaber Faustin-Archange Touadéra die Wahl gewonnen.

Kurz vor der Präsidentenwahl Ende Dezember hatten Rebellen Sicherheitskräfte und UN-Soldaten angegriffen. Die Rebellen-Allianz wurde nach Angaben der UN von Ex-Präsident Francois Bozizé unterstützt. Bozizé bestreitet das. 2003 kam er schon einmal über einen Putsch an die Macht.

Eines der ärmsten Länder der Welt

Bei Wahl im Dezember wollte Bozizé erneut antreten. Eine Kandidatur wurde ihm aber vom Verfassungsgericht des Landes untersagt - mit Verweis auf UN-Sanktionen gegen ihn.

Die Zentralafrikanische Republik ist einer der ärmsten Staaten der Welt und eins der instabilsten Länder Afrikas. Seit der Unabhängigkeit im Jahr 1960 beherrschen immer wieder gewaltsame Konflikte das Land.

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