Ein chinesischer Beamter richtet die Flaggen von China und den USA | Bildquelle: dpa

Handelsgespräche mit den USA Hoffnungsvoller Blick nach Washington

Stand: 10.05.2019 12:07 Uhr

Es ist das bekannte Hin und Her: Die USA haben erneut Zölle auf Importe aus China erhöht. Peking will Gegenmaßnahmen ergreifen. Nun hängt alles an den laufenden Verhandlungen beider Länder in Washington.

Von Axel Dorloff, ARD-Studio Peking

Als Reaktion auf die erhöhten Einfuhrzölle der USA für chinesische Waren hat China Vergeltung angekündigt. Man werde notwendige Gegenmaßnahmen ergreifen, hieß es aus dem Handelsministerium in Peking. Konkrete Details dazu wurden bislang nicht genannt.

Ob Plastikspielzeug oder Weihnachtsdekoration: Die ostchinesische Stadt Yiwu ist Chinas Hauptstadt der Kleinartikel. Auch Kuscheltiere werden von hier in großen Mengen in die USA verschifft.

Händlerin Yu Fangfang ist jedoch ein Teil ihres Geschäfts weggebrochen - ob beim Verkauf von Pandabären, Micky Maus oder Kuschelkrokodilen - durch den Handelskonflikt mit den USA und die höheren Zölle. "Es betrifft mich sehr stark. Verglichen mit den Jahren zuvor haben wir die Hälfte unserer Bestellungen verloren. Es ist schwer, Geschäfte zu machen und auch schwer, seine Investitionen wieder reinzuholen. Ich hoffe, das wird wieder besser", sagt sie.

Wie Chinas Reaktion aussehen wird, bleibt noch offen

Händler wie Yu Fangfang blicken hoffnungsvoll nach Washington, wo derzeit die elften Handelsgespräche zwischen China und den USA stattfinden. In der Nacht hatte US-Präsident Donald Trump die Importzölle auf bestimmte chinesische Waren von bisher zehn auf 25 Prozent angehoben.

Nur wenige Minuten später kam die offizielle Reaktion aus Peking. Eine kurze und knappe Botschaft des chinesischen Handelsministeriums im Internet: China bedauere zutiefst, dass man jetzt notwendige Gegenmaßnahmen ergreifen müsse. Wie die aber aussehen sollen, ist bislang nicht bekannt.

USA erhöhen Zölle auf Importe aus China
tagesschau 20:00 Uhr, 10.05.2019, Stefan Niemann, ARD Washington

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"Nicht gut für China, die USA, die Welt"

Zu Beginn der Gespräche in Washington hatte Chinas Vize-Ministerpräsident und Verhandlungsführer Liu He noch optimistisch geklungen:

"Als ich hier ankam, standen wir unter Druck. Wir haben versucht, zu signalisieren, dass China es ernst meint. Wir wollen die Differenzen im Handelsstreit ausräumen und hoffen auf einen vernünftigen, offenen und ehrlichen Austausch. Die chinesische Seite ist davon überzeugt, dass es in der derzeitigen Lage keine Lösung sein kann, die Zölle weiter zu erhöhen. Das ist nicht gut für China, nicht gut für die USA und auch nicht gut für die Welt."

Trump hatte die erneute Zollerhöhung bereits am Sonntag per Twitter angekündigt. Er wirft China vor, bereits gemachte Zusagen im Handelsstreit wieder zurückgezogen zu haben. China bestreitet das.

Stopp der neuen US-Zölle möglich

Bei einem erfolgreichen Ergebnis der Handelsgespräche in Washington ist es durchaus möglich, dass Trump die neuen Sonderzölle wieder stoppt. Das ist das, was auch die vielen Händler in der ostchinesischen Stadt Yiwu hoffen. Shen Yuqing verkauft Tassen und Geschirr, auch in die USA: "Ich hoffe, dass sich China und die Vereinigten Staaten an den Verhandlungstisch setzen und eine Einigung erzielen können. Wenn die Handelsgespräche scheitern, wird es für uns immer schwieriger werden, Geschäfte zu machen. Das betrifft die ganze Welt, nicht nur den Markt hier in Yiwu oder China. Es betrifft alle."

Auch wenn es bislang keine Details zu den chinesischen Gegenmaßnahmen gibt, Möglichkeiten gibt es viele. Das reicht von neuen Sonderzöllen auf amerikanische Autos, über den Kaufstopp US-amerikanischer Sojabohnen bis hin zu einem Boykott von Produkten wie Apple oder Starbucks-Kaffee.

Eine Einigung im Handelsstreit scheint jedenfalls nur realistisch, wenn China strukturelle Zugeständnisse an die USA macht, um die Situation für ausländische Unternehmen in China zu verbessern. Die Klagen liegen auf dem Tisch: Technologieklau, erzwungener Technologie-Transfer, schlechter oder gar nicht vorhandener Marktzugang in China. Wenn sich in diesen Bereichen nichts tut, scheint der Handelskonflikt weiter zu eskalieren.

Nach US-Zollerhöhung: China kündigt Gegenmaßnahmen an
Axel Dorloff, ARD Peking
10.05.2019 09:42 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 10. Mai 2019 um 12:00 Uhr.

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