Luiz Inacio Lula da Silva

Brasiliens Ex-Präsident Richter stoppt Lulas Freilassung

Stand: 08.07.2018 20:49 Uhr

Für kurze Zeit durfte der inhaftierte ehemalige brasilianische Staatschef hoffen. Dann untersagte ein Richter eine zuvor angeordnete Freilassung wieder: Lula da Silva bleibt weiterhin im Gefängnis.

Ein brasilianischer Richter hat die Anordnung zur umgehenden Freilassung des inhaftierten ehemaligen Staatschefs Luiz Inácio Lula da Silva für ungültig erklärt. Ein Richterkollege hatte Stunden zuvor angeordnet, Lulas Entlassung aus dem Gefängnis in Curitiba müsse umgehend erfolgen. Dort verbüßt Lula eine langjährige Haftstrafe wegen Verwicklung in eine weitverzweigte Korruptionsaffäre und Geldwäsche.

In einer schriftlichen Erklärung des Anti-Korruptionsrichters João Pedro Gebran Neto hieß es, es sei unzulässig, an der einstimmigen Entscheidung des Berufungsgerichts vom Januar zu rütteln.

Strafmaß heraufgesetzt

Das Gericht hatte damals Lulas Verurteilung vom Vorjahr bestätigt und das Strafmaß sogar von neuneinhalb Jahren auf zwölf Jahre und einen Monat heraufgesetzt.

An dem Urteil war auch der Richter Rogério Favreto beteiligt. Dieser gab einer am Freitag eingereichten Eingabe mehrerer Abgeordneter von Lulas Arbeiterpartei (PT) statt und ordnete die Freilassung des 72-jährigen Politikers an.

Lula will kandidieren

Das juristische Gezerre hat entscheidenden Einfluss auf die politische Zukunft der größten Volkswirtschaft Lateinamerikas. Lula will bei der Wahl im Oktober erneut für das höchste Staatsamt kandidieren. In den Umfragen liegt er deutlich vorn.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 08. Juli 2018 um 21:00 Uhr.

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