Radschnellweg in Göttingen | Bildquelle: dpa

Ein Jahr nach Diesel-Gipfel ADFC will schnelleren Radwege-Bau

Stand: 24.07.2018 10:59 Uhr

Mehr Geld für die Förderung von Rad- und Nahverkehr - darauf hatten sich Bund, Länder und Kommunen im Zuge des Diesel-Skandals geeinigt. Doch rund ein Jahr später sei nichts passiert, sagt der ADFC.

Rund ein Jahr ist vergangen, seit die Bundesregierung gemeinsam mit Vertretern der Autoindustrie und in Absprache mit Ländern und Kommunen den sogenannten Mobilitätsfonds ins Leben gerufen hat. Im Zeichen des Dieselskandals wurde unter anderem verabredet, mehr Geld für Verbesserungen der Luftqualität bereitzustellen, den öffentlichen Nahverkehr attraktiver zu machen und Radwege auszubauen.

Doch bei der Förderung des Radverkehrs hat sich nach Ansicht des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) bislang nichts getan. "Der Dieselgipfel hat für den Radwegebau bisher keine Verbesserungen gebracht", sagte Stephanie Krone vom ADFC der Nachrichtenagentur dpa.

Fahrradstraße in Karlsruhe | Bildquelle: dpa
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Fahrradstraßen in der Innenstadt - Karlsruhe geht laut ADFC mit gutem Beispiel voran.

"Ankündigung war eine Lüge"

Eine Aufstockung der Mittel von auf insgesamt 200 Millionen Euro war im vergangenen Jahr in Aussicht gestellt worden. "Diese Ankündigung war eine Lüge. Im Haushalt 2018 ist nichts davon zu sehen", kritisierte Krone. Verkehrsminister Andreas Scheuer müsse nun im kommenden Jahr die Versprechen seines Amtsvorgängers Alexander Dobrindt einhalten.

Das Verkehrsministerium verweist indes auf die laufenden Haushaltsgespräche. Bau und Erhalt von Radwegen würden derzeit mit rund 100 Millionen Euro jährlich finanziert. Etwa 200 bis 300 Kilometer Radwege würden jedes Jahr an Bundesstraßen gebaut.

ADFC setzt auf Radschnellwege

Nach Ansicht des ADFC geht der Ausbau nicht schnell genug voran: Krone geht es dabei nicht nur um den Ausbau und Erhalt von Radwegen an Bundes- oder Fernstraßen. Der ADFC fordert Radschnellwege in allen Ballungsgebieten. Doch wenn der Bund im jetzigen Tempo weitermache, dann dauere es noch 50 Jahre, bis es diese Radwege flächendeckend gebe, sagte Krone.

Immerhin gebe es Signale aus dem Ministerium, das Rad als Verkehrsmittel nun ernster zu nehmen. Als positives Beispiel für eine klare politische Weichenstellung nannte Krone die Stadt Karlsruhe. Dort gebe es einen 20-Punkte-Plan und messbare Ziele für die Förderung des Radverkehrs.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 24. Juli 2018 um 11:15 Uhr.

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