Aedes koreicus | Bildquelle: D.D. Dörge Senckenberg&Goethe-U

Aedes koreicus Exotische Mückenart in Hessen entdeckt

Stand: 06.03.2019 14:32 Uhr

Die Aedes koreicus kommt aus Ostasien, überträgt Viren - und fühlt sich jetzt auch in Hessen heimisch: Forscher halten es für möglich, dass sich die exotische Mückenart in ganz Deutschland ausbreitet.

Erneut haben Forscher in Deutschland eine exotische Mückenart nachgewiesen. In Wiesbaden entdeckten sie eine Population der Art Aedes koreicus, wie die Senckenberg-Gesellschaft und die Goethe-Universität Frankfurt am Main mitteilten.

Erstmals wurde 2015 eine einzelne Mücke dieser Art in Bayern nachgewiesen. Zwei Jahre später fingen Forscher die eingewanderten Aedes-koreicus-Mücken in Wiesbaden ein und damit rund 400 Kilometer weiter nordwestlich des ersten Funds bei Augsburg.

Erstmals 2008 in Belgien nachgewiesen

Im vergangenen Jahr wurden in Hessen erneut Larven und Puppen dieser Mückenart nachgewiesen. Die Forscher um Sven Klimpel gehen davon aus, dass dort eine ganze Population überwinterte und "diese Mücke langsam anfängt, sich in Deutschland auszubreiten".

Aedes koreicus wurde erstmals 2008 in Belgien gemeldet. Mittlerweile geht das Europäische Seuchenzentrum davon aus, dass sich die Art in Belgien, Italien, der Schweiz und in Ungarn etabliert hat. "Eine weitere Ausbreitung in Deutschland wäre demnach neu, liegt aber nahe, denn das Ausbreitungspotenzial und die klimatischen Vorlieben ähneln denen der bereits in Deutschland heimischen Asiatischen Tigermücke und Asiatischen Buschmücke", erklärte Senckenberg-Expertin Antje Steinbrink.

Kleine, tagaktive Blutsauger

Aedes koreicus stammt wie die anderen exotischen Mücken aus Ostasien. Die Mückenart profitiert davon, dass ihre Eier in Europa den Winter überstehen können. Für den Menschen gefährlich sind die kleinen, tagaktiven Blutsauger, weil sie potenzielle Krankheitsüberträger sind.

Aedes koreicus kann demnach das Virus der Japanischen Enzephalitis übertragen. Laborversuche belegten zudem, dass die Mücken das Chikungunya-Virus verbreiten können. Darüber hinaus können die Mücken Menschen mit Fadenwürmern infizieren. Die Entdeckung wurde im Fachmagazin "Parasitology Research" veröffentlicht.

Über dieses Thema berichtete Bayern 2 am 06. März 2019 um 15:00 Uhr.

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