Nasibullah S.

Flug mit 69 Asylbewerbern Abgeschobener Afghane kehrt zurück

Stand: 03.08.2018 19:35 Uhr

Einer der Asylbewerber, der vor einem Monat mit 68 weiteren nach Afghanistan geflogen wurde, steht nun kurz vor der Rückkehr nach Deutschland. Das berichten mehrere Medien übereinstimmend.

Ein zu unrechtmäßig aus Neubrandenburg abgeschobener afghanischer Asylbewerber soll in Kürze nach Deutschland zurückkehren. Das berichten mehrere Medien übereinstimmend. Der "Spiegel" hatte als erstes über die Rückkehr berichtet.

Die nötigen Papiere lägen vor, der Rückreise des 20-Jährigen stehe damit nichts mehr im Wege, hieß es aus Regierungskreisen. Der junge Mann solle zunächst in die pakistanische Hauptstadt Islamabad fliegen, wo ihm die deutsche Botschaft ein gültiges Visum für die Weiterreise nach Deutschland ausstellen werde.

Bereits vor rund zwei Wochen hatte das Bundesinnenministerium mitgeteilt, dass das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zeitnah die notwendigen Schritte einleiten würde. Die Anwältin des Mannes, Sonja Steffen, reagierte erleichtert. "Ich bin bestätigt worden darin, dass unserer Rechtsstaat funktioniert und dass der schwere Fehler, der geschehen ist, jetzt behoben wurde", sagte sie damals dem NDR.

Die Rückreise werde von der Internationalen Organisation für Migration vorbereitet, die Kosten trage das BAMF, heißt es.

Afghane hätte nicht abgeschoben werden dürfen

Der Mann, der seit 2015 in der Bundesrepublik lebte, war einer jener 69 Menschen, die am 3. Juli mit einem Charterflug aus München nach Afghanistan abgeschoben wurden. Zwei Wochen später wurde bekannt, dass der 20-Jährige wegen eines laufenden Verfahrens am Verwaltungsgericht Greifswald zu diesem Zeitpunkt nicht hätte abgeschoben werden dürfen. Er hatte gegen die Ablehnung seines Asylantrags geklagt. In der Woche nach der Abschiebung hätte der Flüchtling vor Gericht angehört werden sollen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 03. August 2018 um 19:00 Uhr.

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