In Deutschland gibt es rund vier Millionen funktionale Analphabeten.

Analphabeten in Deutschland Schon ein Fahrkartenkauf ist ein Problem

Stand: 07.05.2019 17:37 Uhr

Sechs Millionen Menschen in Deutschland können kaum lesen und schreiben. Alltägliche Dinge werden für sie zu fast unüberwindbaren Hindernissen - und die Digitalisierung macht vieles noch schwieriger.

Die Zahl ist seit 2011 gesunken, aber noch immer hoch: 6,2 Millionen Erwachsene in Deutschland können kaum Deutsch lesen und schreiben. Das geht aus einer Studie hervor, die die Universität Hamburg mit Fördermitteln des Bundesbildungsministeriums durchgeführt hat. Die Betroffenen können demnach zwar einzelne Sätze lesen und schreiben, aber keine zusammenhängenden Texte verstehen. Mit 52,6 Prozent hat knapp mehr als die Hälfte von ihnen Deutsch als Muttersprache.

Zu den Gründen für die Lese- und Schreibschwäche sagt Studienautorin Anke Grotlüschen im Interview mit tagesschau24, man gehe davon aus, dass etwa der familiäre Hintergrund oder auch die Schulsituation eine Rolle spielten. Die Studie habe gezeigt, dass manche Bevölkerungsgruppen besonders betroffen seien: "Es lässt sich auf jeden Fall festhalten, dass wir einen relativ großen Anteil an Arbeitslosen in der Studie haben. Und auch einen deutlich überproportional vertretenen Anteil von Menschen anderer Herkunftssprachen." Diese könnten auch in Deutschland geboren sein, hätten aber in der Familie zunächst eine andere Sprache gelernt und könnten dann oft in dieser Sprache lesen und schreiben.

Anke Grotlüschen, Universität Hamburg, zu Analphabetismus in Deutschland
tagesschau24 15:00 Uhr, 07.05.2019

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Digitalisierung als Problem

Die Digitalisierung stelle die Betroffenen vor noch mehr Probleme als ohnehin schon, erklärt Grotlüschen. "Je stärker das Leben digitalisiert wird, umso mehr bekommt man auch an dieser doppelten Hürde Schwierigkeiten: Einerseits ist das Lesen und Schreiben an sich schon ausgesprochen schwierig. Andererseits soll man es jetzt auch noch vermittelt durch eine App oder einen Computer machen."

Immer wieder stoße man im Alltag auf Hindernisse: Etwa beim Online-Banking, das besonders im ländlichen Raum wichtig werde, seit es weniger Bankfilialen gibt. "Wir sehen das beim Fahrkartenverkauf, da wird lieber im Bus oder am Schalter oder im Reisebüro eine Fahrkarte erworben", sagt Grotlüschen. "Wir sehen es im Gesundheitsbereich - wo Gesundheitsformulare ausgefüllt oder Packungsanleitungen gelesen werden müssen." Auch die Teilhabe am politischen Leben sei für die Betroffenen schwierig, da sie kaum eine Zeitung lesen könnten. "Sie nehmen die Nachrichten zum Beispiel durch Fernsehen und Internet wahr. Aber sie sprechen auch sehr viel weniger über Nachrichten und über das, was sie als politisches Geschehen begreifen."

LEO-Studie: Weniger Analphabeten
tagesschau 14:00 Uhr, 07.05.2019, Martin Polansky, RBB

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Öffentliche Aufmerksamkeit und Netzwerke

Immerhin: Die Zahl von 6,2 Millionen Betroffenen ist schon ein gewisser Erfolg. Bei einer Vorgängerstudie, die im Jahr 2011 veröffentlicht wurde, waren es noch 7,5 Millionen Menschen mit geringen Lese- und Schreibfähigkeiten. Die Fortschritte erklärt sich die Studienautorin mit erfolgreicher Öffentlichkeitsarbeit und gestiegenen Teilnehmerzahlen etwa bei den Volkshochschulen. Es gebe öffentliche Aufmerksamkeit, Netzwerke und "Verweisstrukturen" - das heißt, Betroffene würden an Kurse verwiesen, in welchen sie lesen und schreiben lernen können. Aber es gebe noch viel zu tun: "Wir brauchen meines Erachtens auch längerfristige Programme, vielleicht Strukturen, auch Infrastruktur."

Für die Studie mit dem Namen "Leo 2018 - Leben mit geringer Literalität" wurden 2018 etwa 7200 Menschen im Alter von 18 bis 64 Jahren befragt. Die Studienteilnehmer mussten dazu genug Deutsch sprechen, um der etwa einstündigen Befragung folgen zu können.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 07. Mai 2019 um 15:00 Uhr.

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