Ein Mann trägt in der Synagoge  eine Kippa mit einem aufgenähtem Stern. | Bildquelle: dpa

Antisemitismus-Beauftragter Regierung warnt vor Tragen der Kippa

Stand: 25.05.2019 11:57 Uhr

Der Antisemitismus-Beauftragte der Bundesregierung hat Juden in Deutschland davor gewarnt, die Kippa aufzusetzen. Grund sei eine zunehmende "gesellschaftliche Verrohung". Er fordert spezielle Schulungen für die Polizei.

Der Antisemitismus-Beauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, hat Juden in Deutschland davor gewarnt, die Kippa aufzusetzen. "Ich kann Juden nicht empfehlen, jederzeit überall in Deutschland die Kippa zu tragen", sagte Klein den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Seine Meinung habe sich "im Vergleich zu früher leider geändert", fügte er hinzu.

Der Regierungsbeauftragte begründete die Entwicklung mit einer "zunehmenden gesellschaftlichen Enthemmung und Verrohung". "Hierzu haben das Internet und die sozialen Medien stark beigetragen, aber auch die fortgesetzten Angriffe auf unsere Erinnerungskultur", sagte Klein. Etwa 90 Prozent der Straftaten seien dem rechtsradikalen Umfeld zuzurechnen. Muslimische Täter guckten oft arabische Sender, "in denen ein fatales Bild von Israel und Juden vermittelt wird".

Bessere Schulungen für die Polizei

Klein forderte angesichts des starken Anstiegs antisemitischer Straftaten in Deutschland Schulungen für Polizisten und andere Beamte. Es gebe "viel Unsicherheit bei Polizisten und bei Behördenmitarbeitern im Umgang mit Antisemitismus", erklärte er. Viele wüssten nicht, "was erlaubt ist und was nicht". Es gebe eine klare Definition von Antisemitismus, und die müsse in den Polizeischulen gelehrt werden. "Genauso gehört sie in die Ausbildung der Lehrer und Juristen", sagte der Antisemitismus-Beauftragte. 

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