Motorenentwickler Wolfgang Hatz

U-Haft wegen Dieselaffäre Ex-Audi-Manager gegen Kaution frei

Stand: 26.06.2018 14:31 Uhr

Seit September saß der ehemalige Audi- und Porsche-Manager Hatz in U-Haft. Der Grund: Er soll maßgeblich in die Dieselaffäre verwickelt sein. Nun kommt er frei - gegen eine Kaution von drei Millionen Euro.

Der ehemalige Audi-Manager Wolfgang Hatz ist gegen Kaution freigekommen. Wie sein Anwalt Peter Gauweiler sagte, muss der 59-Jährige drei Millionen Euro Kaution hinterlegen und seinen Ausweis abgeben. Er saß wegen seiner Verwicklungen in den Dieselskandal seit September in Untersuchungshaft. Bis zum Bekanntwerden der Affäre war er Vorstand beim Autobauer Porsche.

Monate in U-Haft

Der ehemalige Manager war wegen Flucht- und Verdunkelungsgefahr in Untersuchungshaft und hatte dagegen schon erfolglos Beschwerde vor dem Bundesverfassungsgericht eingelegt. Die Ermittler der Staatsanwaltschaft München II werfen ihm unter anderem Betrug beim Verkauf von Hunderttausenden Dieselautos mit manipulierter Abgasreinigung auf dem europäischen Markt vor. Belastet wird Hatz durch die Aussagen seines früheren Mitarbeiters Giovanni P. Der Audi-Ingenieur sitzt ebenfalls in Haft und hat umfangreich ausgesagt.

Gauweiler betonte, sein Mandant habe die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft stets bestritten. "Es ist aus einer Reihe von Gründen dringend geboten gewesen, dass das Oberlandesgericht den Haftbefehl nun außer Vollzug setzt". 

Hatz leitete von 2001 bis 2007 die Motoren-Entwicklung der Audi AG. Im Jahr 2007 wurde er in Wolfsburg Chef der Aggregate-Entwicklung im VW-Konzern und Generalbevollmächtigter der Volkswagen AG. Er war damit als Vertrauter des damaligen Konzernchefs Martin Winterkorn einer der wichtigsten Verantwortlichen für die Motoren-Entwicklung in der Zeit, in der die verbotene Software eingeführt wurde.

Audi-Chef Stadler festgenommen. | Bildquelle: dpa
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In der Dieselaffäre geraten die Manager zunehmend in den Fokus der Justiz: Zuletzt wurde Audi-Chef Stadler festgenommen.

Millionenabfindung mit Vorbehalt

Ab 2011 war Hatz dann Vorstand der Porsche AG. Im Jahr 2016 einigte er sich mit Porsche auf einen Aufhebungsvertrag. Die millionenschwere Abfindung war unter dem Vorbehalt ausgezahlt worden, dass Hatz keine Pflichtverletzung begangen hat.

Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtete, darf der Manager Deutschland nicht verlassen und auch keinen Kontakt zu anderen Zeugen oder Beschuldigten aufnehmen. Dazu zählt demnach etwa der ehemalige VW-Chef Winterkorn. Wegen des Vorwurfs des Betrugs sitzt auch der beurlaubte Audi-Chef Rupert Stadler in Untersuchungshaft. Er war vor gut einer Woche verhaftet worden, weil er Zeugen beeinflusst haben soll. 

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 26. Juni 2018 um 15:00 Uhr.

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