Menschen in einer Fußgängerzone in Stuttgart | Bildquelle: dpa

Weltwirtschaftsforum Schlechte Chancen für sozialen Aufstieg

Stand: 20.01.2020 08:09 Uhr

Wer in Deutschland den sozialen Aufstieg schaffen will, hat es schwer. Das belegt nun auch eine Studie des Weltwirtschaftsforums. Die Ökonomen mahnen: Aufstiegschancen seien wichtig für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Deutschland hinkt nach Ansicht des Weltwirtschaftsforums hinterher, wenn es um soziale Aufstiegschancen geht. Größte Hürden für die sogenannte soziale Mobilität seien in der Bundesrepublik Ungleichheit bei Bildungschancen, mangelnder Zugang zu Technologie sowie ungerechte Löhne.

Das ist das Ergebnis einer neuen Studie, die das Forum kurz vor Beginn seiner Jahrestagung in Davos vorstellte. In der Auswertung liegt Deutschland unter 82 untersuchten Staaten auf dem elften Platz. Allerdings schnitt keiner der anderen G7-Staaten besser ab. Die G7 sind die sieben wichtigsten Industrienationen.

Nordische Staaten bieten beste Chancen

Die besten Möglichkeiten bieten die nordischen Staaten: Dänemark, Norwegen, Finnland, Schweden und Island. Weltweit nennt die Studie niedrige Löhne, mangelhafte Sozialsysteme und unzureichende Bildungschancen als größte Barrieren für sozialen Aufstieg.

Vor allem die großen Volkswirtschaften China, USA, Indien, Japan und Deutschland würden nach Einschätzung des Weltwirtschaftsforums enorm von sozialer Mobilität profitieren. Die globale Wirtschaft könnte jedes Jahr um mehrere Hundert Milliarden Euro wachsen.

Klaus Schwab
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Warnt vor Folgen von Ungleichheit: Klaus Schwab, Gründer des Weltwirtschaftsforums.

Tiefgreifende soziale und wirtschaftliche Folgen

Die Organisation fordert faire Löhne, sozialen Schutz, Möglichkeiten zum lebenslangen Lernen und bessere Arbeitsbedingungen. "Die sozialen und wirtschaftlichen Folgen von Ungleichheit sind tiefgreifend und weitreichend", erklärte Forums-Gründer Klaus Schwab.

Er nannte unter anderem ein wachsendes Gefühl der Ungerechtigkeit und sinkendes Vertrauen in Institutionen. "Konzerne und Regierung müssen darauf mit gemeinsamen Anstrengungen antworten, um neue Wege für die sozioökonomische Mobilität zu finden und sicherzustellen, dass jeder faire Erfolgschancen hat."

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 20. Januar 2020 um 05:30 Uhr und 06:00 Uhr.

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