Auspuff bei einem Test

Forderung des Verkehrsministeriums Autokonzerne sollen aufklären

Stand: 26.05.2018 11:21 Uhr

Das Verkehrsministerium ist unzufrieden mit den deutschen Autobauern. Sie müssten mehr für die Aufklärung des Diesel-Skandals tun, forderte der parlamentarische Staatssekretär Bilger. Bisher tue dies nur das KBA.

Das Bundesverkehrsministerium hat die Autobauer aufgefordert, von sich aus den Abgasskandal aufzuklären. "Es sollte nicht so ein, dass immer wieder erst durch Untersuchungen des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) Missstände bekannt werden", sagte der parlamentarische Staatssekretär im Verkehrsministerium, Steffen Bilger, der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten". Die Hersteller müssten von sich aus offenlegen, wo noch Nachbesserungen erforderlich seien. 

Bilger fügte hinzu, es wäre "sehr ärgerlich", wenn die Autohersteller nicht alles tun würden, um die Probleme beim Diesel in den Griff zu bekommen. Der Staatssekretär sagte weiter, sein Haus sei nicht an einem Streit mit einzelnen Herstellern interessiert, "aber wir werden alles tun, um zu gewährleisten, dass die Fahrzeuge auf unseren Straßen entsprechend den gesetzlichen Vorgaben unterwegs sind".

Das KBA hatte diese Woche den Autohersteller Daimler zu einem Rückruf aufgefordert. Wegen einer illegalen Abschalteinrichtung bei der Abgasreinigung muss der Autobauer Hunderte Vitos in die Werkstätten bringen lassen.

Der Sonderbeauftragte der Bundesregierung, Siegfried Balleis | Bildquelle: dpa
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Der Sonderbeauftragte Siegfried Balleis rechnet nicht mit schnellen Erfolgen im Kampf für saubere Luft.

Saubere Luft? "Maßnahmen greifen erst 2020"

Wegen der hohen Schadstoffbelastung in vielen Städten hat die Bundesregierung ein Maßnahmenpaket angekündigt und den Sonderbeauftragten Siegfried Balleis eingesetzt. Der rechnet nicht mit kurzfristigen Erfolgen. Die Maßnahmen des von ihm betreuten "Sonderprogramms Saubere Luft 2017-2020" würden wahrscheinlich frühestens 2020 greifen. Dann erwartet er aber erste greifbare Erfolge bei der Schadstoff-Senkung.

Besonders schwierig sei die Lage in stark belasteten Städten wie München, Hamburg oder Frankfurt. Dort wird es nach Balleis' Einschätzung auf die Schnelle "keine durchschlagenden Erfolge" geben. Auch auf mittlere Sicht werde es nicht gelingen, den Grenzwert von 40 Mikrogramm Stickoxid pro Kubikmeter Luft zu unterschreiten - dazu sei die Verkehrsdichte auf den am stärksten belasteten Straßen zu hoch.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 24. Mai 2018 um 16:00 Uhr.

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