Rettungsring schwimmt im Wasser | Bildquelle: picture alliance / dpa

DLRG-Bilanz für 2018 Zahl der Badetoten steigt deutlich

Stand: 21.02.2019 13:51 Uhr

Mindestens 504 Menschen sind im vergangenen Jahr bei Badeunfällen in Deutschland ertrunken. Die meisten starben in Flüssen und Seen. Die Statistik zeigt zudem: Der Großteil der Opfer sind Männer.

Die Zahl der tödlichen Badeunfälle in Deutschland ist im vergangenen Jahr um 20 Prozent gestiegen. Mindestens 504 Menschen seien 2018 ertrunken, teilte die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG). Das waren 100 Todesopfer mehr als im Vorjahr.

Der Anstieg sei nicht einfach mit dem besonders heißen Sommerwetter zu erklären, sagte DLRG-Präsident Achim Haag. Es könnten leider nicht alle Menschen schwimmen, viele überschätzten sich oder unterschätzten die Gefahren in Gewässern.

Höheres Risiko in Binnengewässern

Die meisten tödlichen Badeunfälle ereigneten sich an Flüssen und Seen. 161 Menschen ertranken in Flüssen, 233 starben in Seen und Teichen. Binnengewässer "werden in den seltensten Fällen von Rettungsschwimmern bewacht", erklärte Haag. "Das Risiko, zu ertrinken, ist hier deutlich höher." Ein schlichtes Badeverbotsschild halte die wenigsten davon ab, hier ins Wasser zu gehen.

DLRG-Rettungsschwimmerin beobachte den Strand | Bildquelle: dpa
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An Nord- und Ostsee sank die Zahl der Badetoten leicht.

Vor den Küsten von Nord- und Ostsee ertranken im vergangenen Jahr 25 Menschen, davon allein 21 in der Ostsee. Während damit die Zahl der Ertrunkenen an den deutschen Küsten somit leicht sank, gab es deutlich mehr Todesfälle in Schwimmbädern: Dort wurde ein Anstieg von zwölf auf 29 registriert.

Mehr als 80 Prozent der Opfer sind Männer

407 der insgesamt 504 Badetoten waren Männer. "Ertrinken scheint ein männliches Problem zu sein", sagte DLRG-Sprecher Achim Wiese. "Das lässt sich meist auf Leichtsinn, Risikobereitschaft und Selbstüberschätzung zurückführen."

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 21. Februar 2019 um 15:15 Uhr.

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