Grünen-Kanzlerkandidatin Baerbock "Das war ein neuer Schritt"

Stand: 19.04.2021 23:26 Uhr

Die Grünen-Chefin Baerbock hat ihre Kür zur Kanzlerkandidatin verteidigt. Die Kritik fehlender Regierungserfahrung wies sie in den tagesthemen scharf zurück. Und auch einer Forderung der Grünen Jugend erteilte sie eine Absage.

Die Grünen ziehen mit Annalena Baerbock als Kanzlerkandidatin in den Bundestagswahlkampf. Diese Wahl habe sie zusammen mit Co-Chef Robert Habeck getroffen. "Macht bedeutet nicht, dass man sich bekämpft, sondern, dass man ins 'Machen' kommt und das funktioniert am besten gemeinsam", sagte Baerbock in den tagesthemen.

Dass Baerbock zur Kanzlerkandidatin gekürt wurde, war "aber auch ein Stück weit ein neuer Schritt", nachdem sie in den vergangenen Jahren gemeinsam mit Habeck an der Grünen-Spitze zusammengearbeitet habe. In dieser Zeit hätten sie die Grünen in eine neue Zeit gebracht, so Baerbock.

"Wir haben es uns beiden zugetraut"

Bei der Wahl zur Kanzlerkandidatin habe man unterschiedliche Aspekte abgewogen und sich gefragt, was jeder von beiden mit einbringt. "Wir haben es uns beiden selbst zugetraut, wir haben es uns gegenseitig zugetraut, unsere Partei hat es uns beiden gemeinsam zugetraut", so Baerbock. Die Partei habe aber auch gebeten, sich in der Frage über die Kandidatur nicht zu spalten.

Auch die Frage der Emanzipation habe eine große Rolle bei der Wahl der Kanzlerkandidatin Baerbock gespielt. Auf dieser Basis habe man zusammen entschieden, "wer einen Schritt vorantritt". Man werde den Wahlkampf aber zusammen gestalten, betonte Baerbock.

"Regierungserfahrung allein bringt uns nicht weiter"

Die Kritik fehlender Regierungserfahrung wies Baerbock zurück. "Wir haben in den letzten Jahren erlebt, dass Regierungserfahrung allein uns nicht weiterbringt", sagte Baerbock. Diese habe das Land sogar eher in eine Sackgasse geführt, weil es keine Vorstellung gebe, wie man die Zukunft gestalten wolle. Zudem bringe man Erfahrung durch die Regierungsbeteiligung in elf Bundesländern mit.

Der Forderung der Grünen Jugend, keine Koalition mit der CDU einzugehen und auch keine Jamaika-Koalition zu bilden, erteilte Baerbock eine Absage. "Demokratische Parteien müssen immer miteinander sprechen können", so Baerbock.

Baerbock als Kanzlerkandidatin der Grünen nominiert
Claudia Plaß, ARD Berlin
20.04.2021 07:15 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 19. April 2021 um 22:20 Uhr.

Darstellung: