Hintergrund

Eine Frau mit Bauhelm und Warnweste läuft auf dem Flughafen Berlin Brandenburg (BER) in Schönefeld an einem Feuermelder vorbei.  | Bildquelle: picture alliance / dpa

BER-Probleme im Überblick Sieben Termine und ein "Monster"

Stand: 31.05.2019 18:39 Uhr

Sechs BER-Eröffnungstermine verstrichen erfolglos - auch der siebte wackelt. Aber zumindest das "Monster" ist jetzt offenbar gezähmt. Skurrile Mängel und wichtige Fakten im Überblick.

Von Julia Böhling, tagesschau.de

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Wie viele Eröffnungstermine gab es schon?
 

Wie haben sich die Kosten entwickelt?

Was ist das "Monster"?
 
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Wie haben sich die Kosten entwickelt?
 

Was ist das "Monster"?

Welche skurrilen Probleme gibt es außerdem?
 
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Was ist das "Monster"?
 

Welche skurrilen Probleme gibt es außerdem?

Drei vielsagende Zitate zum BER
 
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Welche skurrilen Probleme gibt es außerdem?
 

Drei vielsagende Zitate zum BER

"Eine nochmalige Verschiebung können wir uns auch für das Image des Landes nicht leisten."

Diesen Satz sagte der damalige brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck im September 2012. Zu diesem Zeitpunkt war die Eröffnung des BER schon zweimal verschoben worden. Doch auch der damals neu avisierte Eröffnungstermin im Oktober 2013 konnte nicht eingehalten werden.

"Kein Politiker, kein Flughafendirektor und kein Mensch, der nicht medikamentenabhängig ist, gibt Ihnen feste Garantien für diesen Flughafen."

Nein, dieser Satz stammt nicht von der Opposition im Berliner Senat, sondern vom - inzwischen ehemaligen - PR-Chef des Flughafens, Daniel Abbou. Dieser gab im Frühjahr 2016 dem "PR Magazin" ein überraschend ehrliches Interview über den Problemflughafen und die Verantwortlichen. Darin fiel auch dieser Satz: "Die Berliner und Brandenburger haben ein Recht zu sehen, wo ihre Milliarden versenkt worden sind." Desweiteren sagte Abbou, die "alte Flughafencrew" habe "zu viel verbockt" und "Milliarden in den Sand gesetzt". Kurz nach der Veröffentlichung des Interviews war Abbou nicht mehr Sprecher des BER.

"Die Häufung von Fehlentscheidungen und Fehlinformationen [lässt sich] nur unter Berücksichtigung einer Unternehmens- und Projektkultur erklären, die Anzeichen für Fehlentwicklungen und teils alarmierende Warnungen externer Stellen systematisch ausblendete."

Zu diesem abschließenden Urteil kam der erste BER-Untersuchungsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses in seinem Bericht, der im Juni 2016 veröffentlicht wurde. Die Bauarbeiten am BER seien lange Zeit unter dem Druck einer rechtzeitigen Inbetriebnahme ausgeführt worden, heißt es in dem Papier. Unter dieser Prämisse seien "kritische Anzeichen" für Probleme konsequent ausgeblendet worden.

Seit dem 28. Juni 2018 arbeitet ein neuer, zweiter Untersuchungsausschuss den Fall auf: "Im Fokus stehen die Ursachen und Konsequenzen der Verzögerung sowie die Frage nach der Verantwortung für die Kosten- und Terminüberschreitungen."

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 12. April 2019 um 14:11 Uhr in der Sendung "Informationen am Mittag".

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