Polizeibeamte stehen am Hauptbahnhof in Lübeck, der nach einer Bombendrohung evakuiert wurde.  | Bildquelle: dpa

Rechte Drohschreiben Polizei ermittelt Tatverdächtigen

Stand: 05.04.2019 11:30 Uhr

Nach einer Serie rechter Drohschreiben haben Polizei und Staatsanwaltschaft in Schleswig-Holstein einen Tatverdächtigen ermittelt. Unterzeichnet waren die E-Mails unter anderem mit "NSU 2.0" oder "Wehrmacht".

Die Landeskriminalämter Berlin und Schleswig-Holstein sowie das Bundeskriminalamt können einen Erfolg vermelden: Der mutmaßliche Verfasser, der in einer Serie von E-Mails rechte Gewaltandrohungen verschickt haben soll, wurde in Schleswig-Holstein gefasst.

Am Donnerstag durchsuchten die Ermittler eine Wohnung und beschlagnahmte Beweisstücke. Nach Informationen des ARD-Hauptstadtstudios gibt es eine Kette von Indizien, die die Ermittler zu dem Tatverdächtigen geführt hat. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung wurden Computer und Handys beschlagnahmt, die nun ausgewertet werden.

Tatverdächtiger ist Behörden bereits bekannt

Gleichzeitig wurde der Mann vernommen, er soll jedoch psychisch labil sein. Nach Informationen aus Sicherheitskreisen soll er sich aktuell unter Bewachung in einem Krankenhaus befinden. Bei dem Tatverdächtigen handelt es sich um einen Mann, Anfang 30, mit deutscher Staatsangehörigkeit. Er soll den Behörden bereits einschlägig bekannt sein.

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Es bestehe der Verdacht, dass die festgenommene Person Gewaltandrohungen gegen Politiker, Anwälte, Journalisten und den Zentralrat der Juden richtete. Die etwa 200 rechten E-Mails wurden seit April 2018 an Gerichte und andere Einrichtungen in Hamburg, Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg und Brandenburg gerichtet. Darin kündigte der Verfasser an, Bombenanschläge auf Gerichte auszuüben. Die Schreiben waren unter anderem mit "Nationalsozialistische Offensive", "NSU 2.0" oder "Wehrmacht" unterzeichnet.

Es wird vermutet, dass er auch für die Sprengstoffdrohungen zuletzt gegen sechs Rathäuser in Deutschland in der vergangenen Woche verantwortlich ist. Laut Ermittlern solle nun festgestellt werden, für welche der Drohschreiben der Verdächtige verantwortlich sein könnte.

Mit Informationen von Michael Götschenberg, ARD-Hauptstadtstudio.

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