Lehrerin rechnet an der Tafel | Bildquelle: dpa

Bildungsstudie Mathe wird nicht besser

Stand: 18.10.2019 12:43 Uhr

Mathematik und Naturwissenschaften: Das Können von Neuntklässlern in diesen Fächern ist laut einer Studie in einigen Bundesländern deutlich schlechter geworden. Besonders betroffen seien Gymnasiasten.

Das Können von Neuntklässlern in Mathematik und den Naturwissenschaften ist laut einer Studie in mehreren Bundesländern signifikant zurückgegangen. Das zeigt der IQB-Bildungstrend 2018, der von der Kultusministerkonferenz in Auftrag gegeben wurde. Demnach sanken in Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen die Fähigkeiten der Schüler in allen untersuchten Fächern signifikant. Verglichen wurden dafür die Ergebnisse der Jahre 2012 mit denen aus 2018 - zudem wurde auch zwischen dem Fachwissen und dem Lernverhalten der Schüler in den jeweiligen Fächern unterschieden.

Auch die Neuntklässler aus Mecklenburg-Vorpommern zeigten laut der Studie eine signifikante Verschlechterung in den Fächern Mathematik, Biologie und Chemie. Ihr Fachwissen in Physik ging demnach ebenfalls signifikant zurück - das Lernverhalten in dem Fach blieb hingegen vergleichsweise stabil.

Nur eine einzige positive Entwicklung

In allen anderen Bundesländern blieben die Fähigkeiten der Schüler weitgehend konstant. Einzige positive Ausnahme: Das Lernverhalten der Schüler aus Bayern im Fach Physik. Dieses habe sich verbessert. Dieser Punkt ist laut Studie aber auch die einzige signifikante positive Entwicklung in ganz Deutschland.

KMK zeigt sich entspannt

Trotz dieser Entwicklungen zeigt sich die Kultusministerkonferenz (KMK) insgesamt entspannt. Deutschlandweit seien die Fähigkeiten der Neuntklässler konstant. Das liegt unter anderem daran, dass die Leistungen der Schüler aus den drei einwohnerstärksten Bundesländern - Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg - stabil geblieben sind oder leicht positive Entwicklungen aufweisen.

"Den Schulen in Deutschland ist es gelungen, mit den großen Herausforderungen der vergangenen Jahre gut umzugehen", sagte der KMK-Präsident und hessische Kultusminister Alexander Lorz. Zu diesen Herausforderungen zählt die KMK unter anderem den wachsenden Anteil von Migranten in den Schulen und die Inklusion von Schülern mit Behinderung.

Gymnasien schneiden deutlich schlechter ab

Eine Entwicklung sieht die KMK allerdings kritisch: So kommen die Gymnasien in der Studie nicht gut weg - und das sogar bundesweit. Das Können der Neuntklässler ging hier demnach zwischen 2012 und 2018 in fast allen Fächern und Bereichen signifikant zurück. Nur das Lernverhalten im Fach Biologie blieb den Angaben zufolge vergleichsweise stabil. Die größten Wissens- und Lernverluste hätten die Gymnasiasten in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Baden-Württemberg.

Unterschiede gibt es nicht nur bei der Schulart, sondern auch bei den Geschlechtern: Jungen sind laut der Studie von Negativtrends häufiger betroffen als Mädchen. Mädchen lägen in allen Fächern vor den Jungen - Mathematik ausgenommen. Nichtsdestotrotz schätzen Mädchen ihr Können und ihre Interessen auch in den Fächern Chemie und Physik schlechter ein als die Jungen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau 14:00 Uhr am 18. Oktober 2019 und Deutschlandfunk um 12:00 Uhr.

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