Bundespolizei Bewerber | Bildquelle: dpa

Anforderungen für Bewerber Ohne Weitsprung zur Bundespolizei

Stand: 20.01.2020 15:43 Uhr

Wer zur Bundespolizei will, darf künftig beim Deutschtest mehr Fehler machen. Und auch schlechte Weitspringer haben bessere Chancen. So will die Behörde ihr Nachwuchsproblem lösen.

Die Bundespolizei muss neue Stellen besetzen. Allein im laufenden Jahr gehen 853 Beamte in den Ruhestand, in diesem Jahr sollen insgesamt 2150 Planstellen hinzukommen. Um diese Stellen zu besetzen, wurden nun die Anforderungen an die Bewerber gesenkt, berichten die Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Zwei Beamte der Bundespolizei sichern ein Fahrzeug. | Bildquelle: dpa
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Die Bundespolizei sucht neues Personal. Dafür wurden die Anforderungen an die Bewerber gesenkt.

Die Bundespolizei bestätigte, dass bei Bewerbern - also Menschen, die sich dem Eignungsverfahren der Bundespolizei stellten - die Anforderungen im Rahmen des Auswahlverfahrens zuletzt "angepasst" worden seien. Bei Anwärtern verhielte es sich aber anders: Hier seien die Anforderungen ausdrücklich nicht abgesenkt worden. Bei Anwärtern handle es sich um als Beamte auf Widerruf eingestellte Mitarbeiter, die zuvor das Eignungsverfahren erfolgreich durchlaufen hätten.

Die Voraussetzungen für eine Bewerbung zur Bundespolizei würden regelmäßig evaluiert und gegebenenfalls angepasst, erklärte das Bundespolizeipräsidium in Potsdam. Ziel sei es, einen möglichst großen, aber auch geeigneten Bewerberkreis anzusprechen.

Körpergröße und keine "Chrysantheme" mehr

Im Zuge der jüngsten Anpassung sei nun die generelle körperliche Mindest- und Maximalgröße für die Einstellung vorgeschrieben.

Bei den Sprachfertigkeiten von Bewerbern wurde außerdem die Fehlertoleranz im Diktat für das Auswahlverfahren mittlerer Dienst "geringfügig angehoben". Zum Beispiel wurde das Wort "Chrysantheme" herausgenommen, um einem größeren Bewerberkreis auch in den nachfolgenden Tests die weitere Teilnahme zu ermöglichen.

Pendellauf statt Weitsprung

Auch der Sporttest wurde laut Bundespolizei überarbeitet: Mit dem Standweitsprung und den Liegestützen seien zwei Elemente durch einen Pendellauf ersetzt worden, "da hier Bewegungsschnelligkeit, die Stütz- und Rumpfkraft sowie Konzentrations- und Koordinationsfähigkeiten ein zeitgemäßes Bild der physischen Leistungsfähigkeit, insbesondere von Bewerberinnen, darstellen". Ein Zwölf-Minuten-Lauf sowie ein Koordinationstest seien weiterhin Bestandteil des sportlichen Testparts.

Pendellauf beim Sporttest

Zwei kleine Turnkästen stehen zehn Meter weit auseinander. Der Bewerber startet aus einer Schrittstellung, eine Hand berührt dabei den Kastendeckel. Auf das Kommando "Fertig-Pfiff" sprintet der Bewerber zu dem gegenüberliegenden Kasten, tippt mit einer Hand den Kastendeckel an und sprintet wieder zurück. Insgesamt muss die Zehn-Meter-Strecke zwischen den Turnkästen viermal zurückgelegt werden.

Je nach Alter und Geschlecht muss der Pendelllauf in einer Zeit zwischen 10,3 und 11,9 Sekunden absolviert werden.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 20. Januar 2020 um 12:45 Uhr.

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