Delegierte sitzen im Saal auf dem kleinen Parteitag der CDU Sachsen-Anhalt (Archivbild vom Dezember 2019). | Bildquelle: dpa

CDU-Parteivorsitz "Townhall" statt Regionalkonferenz

Stand: 03.03.2020 07:39 Uhr

Die CDU hat entschieden, wie die Kandidaten um den Parteivorsitz sich präsentieren sollen: Statt auf Castings bei der Basis setzt sie auf Internetformate - und eine weitere Wahl im Dezember.

Auf mehreren Regionalkonferenzen hatte sich die scheidende CDU-Parteivorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer zusammen mit ihren Konkurrenten beworben - doch ihre Nachfolgekandidaten wollen auch in dieser Hinsicht alles anders machen: Die Bewerber um den CDU-Vorsitz sollen sich in mehreren Internetformaten vorstellen, wie ein Parteisprecher mitteilte.

Geplant sind demnach ein "CDU live"-Talk im parteieigenen "CDU TV" mit den Kandidaten und zwei "digitale Townhalls" mit den drei prominentesten Bewerbern Armin Laschet, Friedrich Merz und Norbert Röttgen.

Für "CDU TV" wurde auch schon einmal die damalige Parteivorsitzende Angela Merkel interviewt. Wobei böse Zungen sagen, Merkel wurde nicht interviewt, sondern ihr saß eine freundliche Stichwortgeberin gegenüber, damit die Kanzlerin ihre vorbereiteten Botschaften abspulen konnte.

Ansonsten sollen CDU-Mitglieder in "Kandidaten-Fragebögen" den Bewerbern schriftlich ihre Fragen stellen können. Gemeinsame Auftritte vor Landesverbänden sind demnach ebensowenig geplant wie Regionalkonferenzen.

Zehn weitere Bewerber um den Vorsitz

Der neue Parteichef soll auf einem Sonderparteitag am 25. April in einer Nachwahl bestimmt werden - sollte es zu weiteren Wahlen im Vorstand kommen, handele es sich auch dabei um Nachwahlen, hieß es.

Friedrich Merz | Bildquelle: dpa
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Die prominentesten Bewerber um den CDU-Vorsitz: Friedrich Merz...

Armin Laschet und Jens Spahn | Bildquelle: HAYOUNG JEON/EPA-EFE/REX
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Armin Laschet, der im Team mit Jens Spahn antritt...

Norbert Röttgen | Bildquelle: CLEMENS BILAN/EPA-EFE/REX
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... und Norbert Röttgen.

Neben Laschet, Merz und Röttgen bewerben sich zehn weitere CDU-Mitglieder, wie es aus der Parteizentrale in Berlin heißt - diese wurden aber bislang noch nicht nominiert. Kandidaten können von einer antragsberechtigten Gliederung wie einem CDU-Kreisverband oder einer Bundesvereinigung vorgeschlagen werden. Auf dem Parteitag selbst dürfen alle stimmberechtigten Delegierten ein anderes CDU-Mitglied aufstellen oder selbst kandidieren.

Auf dem Parteitag in Stuttgart im Dezember sollen sich dann alle Mitglieder von Vorstand und Präsidium der CDU turnusgemäß erneut der Wahl stellen.

"Demokratischen Wettbewerb organisieren"

Kramp-Karrenbauer sprach von "guten Regeln für einen fairen Wettbewerb", die die Kandidaten bei ihrem Treffen in Berlin festgelegt hätten. Es sei vor allem um die Frage gegangen, "wie wir diesen demokratischen Wettbewerb so organisieren, dass die CDU als Volkspartei weiterhin Deutschlands Zukunft gestalten kann", sagte sie.

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak betonte, die Einigung auf das abgestimmte Verfahren zeige, dass die Kandidaten zum Wohle der CDU gemeinsam den Weg bis zum Parteitag gestalten wollten. Das Konrad-Adenauer-Haus werde umgehend mit den Vorbereitungen beginnen und bald konkrete Termine veröffentlichen.

CDU-Vorsitz: Das Verfahren für die nächsten Wochen steht
Sabine Müller, ARD Berlin
03.03.2020 08:33 Uhr

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Mit Informationen von Sabine Müller, ARD-Hauptstadtstudio

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 03. März 2020 um 08:10 Uhr.

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